Tsipras reist zuerst nach Zypern und Italien

Die neue Links-Rechts-Regierung in Athen startet eine umfangreiche Informationsrunde. Vor allem der Süden Europas soll aus erster Hand erfahren, wie Ministerpräsident Alexis Tsipras sich die Lösung des Problems mit dem «griechischen Patienten» vorstellt.

Tsipras reist zuerst nach Zypern und Italien
Orestis Panagiotou Tsipras reist zuerst nach Zypern und Italien

Erster Stopp wird am 2. Februar Zypern sein. Anschließend ist am 3. Februar ein Treffen mit dem italienischen Regierungschef Matteo Renzi in Rom geplant. Wie die deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen weiter erfuhr, hat Tsipras auch ein Treffen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker beantragt. Das Treffen könnte am 4. Februar in Brüssel stattfinden.

Der neue griechische Finanzminister Gianis Varoufakis will seine britischen und französischen Kollegen über die Position Athens informieren. Am Montag reist er nach London zu einem Treffen mit dem britische Finanzminister George Osborne und Vertretern der Geldmärkte. Am selben Tag will sich Varoufakis mit seinem französischen Kollegen, Emmanuel Macron in Paris treffen. Am Dienstag wird Varoufakis nach Rom zu einem Treffen mit dem italienischen Finanzminister Pier Carlo Padoan reisen.

Am Freitagnachmittag wollte Varoufakis Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem über die griechischen Positionen zum Thema Schuldenberg des griechischen Patienten informieren. Athen strebt einen Schuldenschnitt und eine Streckung der Zahlungsfristen an. Zudem hat die neue griechische Regierung bereits einen Tag nach ihrer Bildung Anfang der Woche das Sparprogramm für beendet erklärt.

Am Vortag hatte sich der Präsident des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz, in Athen mit Tsipras getroffen. Die Gespräche waren zum Teil anstrengend, sagte Schulz anschließend. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Diplomatenkreisen erfuhr, habe Schulz dem griechischen Regierungschef verdeutlicht, dass Griechenland die Auflagen erfüllen muss, damit auch die Geldgeber ihre Hilfe fortsetzen. Athens Rettungsschirm schließt sich Ende Februar. Ohne eine weitere Vereinbarung mit den Geldgebern wird Athen am 1. März ohne Finanzhilfe sein.