Tuchel: «Tausend wichtigere Dinge als Videoanalyse»

Trainer Thomas Tuchel vom Bundesligisten Borussia Dortmund hat angesichts der Terroranschläge von Paris und der Absage des Länderspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden die Bedeutung des Fußballs relativiert.

Tuchel: «Tausend wichtigere Dinge als Videoanalyse»
Bernd Thissen Tuchel: «Tausend wichtigere Dinge als Videoanalyse»

«Ich habe kein mulmiges Gefühl, zu spielen», sagte der 42-Jährige vor dem Freitagsspiel beim Hamburger SV. «Aber es ist ein bisschen komisch, über Positionen auf dem Feld in der Videoanalyse zu sprechen. Es wird einem brutal vor Augen geführt, dass es immer tausend wichtigere Dinge auf der Welt als eine Videoanalyse gibt.»

Tuchel wies auf ein verändertes Bewusstsein hin, das die Vorfälle in den vergangenen Tagen bei ihm ausgelöst hätten. «Es ist plötzlich eine Nähe und ein Bezug durch die Nationalspieler zu spüren», sagte er zu den Tragödien, die er bisher vor allem aus dem Nahen oder Mittleren Osten gekannt habe.

Direkte Betroffene von den Vorfällen in Paris und Hannover waren bei den Dortmunder die Nationalspieler Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Matthias Ginter. Zu Gesprächen mit dem Trio meinte Tuchel: «Wir sind dabei und werden natürlich nachhören. Aber ich habe da mehr Fragen als Antworten. Deshalb will ich meinen Spielern auch keine Ratschläge geben, sondern nur zuhören.»