Tumulte und Tränengas bei Ölfeld-Auktion in Rio

Kurz vor der Versteigerung von Förderrechten für ein Offshore-Ölfeld vor Brasiliens Küste ist es vor dem Auktionsort in Rio zur Konfrontation zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Bei Tumulten wurden nach lokalen Medienangaben mehrere Menschen verletzt.

Tumulte und Tränengas bei Ölfeld-Auktion in Rio
Marcelo Sayao Tumulte und Tränengas bei Ölfeld-Auktion in Rio

Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein. Die Demonstranten wollten in die abgeriegelte Zone um das Auktionshotel vorstoßen. Über 1000 Polizisten und Soldaten waren im Einsatz.

An den Protesten beteiligten sich Ölarbeiter, Studenten und Mitglieder linker Parteien, die in der Auktion einen «Ausverkauf» von Brasiliens Ölreserven an ausländische Staatsfirmen sehen. An der Auktion nehmen elf Firmen teil. Nur zwei - Shell und Total - sind privat, der Rest ist staatlich oder teilstaatlich. Das «Campo de Libra» liegt im Atlantik rund 180 Kilometer vor Rio. Dort werden in mehreren Kilometern Tiefe 8 bis 12 Milliarden Barrel Öl vermutet.

Die Ausschreibung gewinnt das Konsortium, das dem Staat den höchsten Anteil an Öl in Aussicht stellt. Bei voller Funktion wird die Produktionskapazität in Libra in etwa 15 Jahren auf bis zu 1,4 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag geschätzt.

Der spanische Repsol-Konzern soll sich nach Medienberichten von Montag aus der Auktion zurückgezogen haben. Zu den Bietern gehören auch die staatlichen Konzerne CNOOC (China), Petronas (Malaysia) und ONGC (Indien). Die staatliche kontrollierte Petrobras ist mit mindestens 30 Prozent als Betreiber und Partner gesetzt.