Tunesiens Präsident gibt fremden Kräften Schuld an Unruhen

Nach den schlimmsten sozialen Unruhen in Tunesien seit Ausbruch der arabischen Aufstände vor fünf Jahren hat Präsident Béji Caïd Essebsi fremde Kräfte für das Chaos verantwortlich gemacht.

Tunesiens Präsident gibt fremden Kräften Schuld an Unruhen
Str Tunesiens Präsident gibt fremden Kräften Schuld an Unruhen

Einflüsse von außen und böswillige Kräfte würden die Sicherheit und Stabilität des nordafrikanischen Landes gefährden, erklärte der Staatschef. Nähere Erläuterungen dazu machte er nicht. Für Samstag wurde ein Krisentreffen der Regierung angesetzt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kabinettskreisen erfuhr. Dabei sollte es darum gehen, wie die Demonstranten beruhigt werden können.

Ministerpräsident Habib Essid erklärte zwar, die Lage sei unter Kontrolle. Dennoch wurde für die Nacht auf Samstag eine Ausgangssperre verhängt.

Die teilweise gewaltsamen Proteste gegen die schlechte wirtschaftliche Lage und hohe Arbeitslosigkeit hatten sich in der Nacht zum Freitag auf mehrere Regionen des nordafrikanischen Landes ausgedehnt. Demonstranten griffen nach Behördenangaben in der Hauptstadt Tunis und andernorts Posten der Polizei an und setzten deren Wagen in Brand. In einem ärmeren Viertel von Tunis wurden Läden und zwei Banken geplündert. Zu gewaltsamen Protesten kam es auch in den Städten Jendouba und Bizerte. Aus Sidi Bouzid wurden ebenfalls Zusammenstöße gemeldet.