Nahost-Experte fordert: Illegale Moscheen kontrollieren

Die tunesische Regierung muss aus Sicht des Nahost-Experten Hardy Ostry mit harten Maßnahmen auf den Terroranschlag im Badeort Sousse reagieren.

Die Regierung müsse beispielsweise die Kontrolle über illegale Moscheen erlangen, in denen nach wie vor Hasspredigten gehalten würden, sagte der Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Tunis.

«Es würde schon helfen, wenn hart vorgegangen würde gegen diejenigen, die im Fastenmonat Ramadan jetzt auch aus dschihadistischen und gewaltbereiten Kreisen dazu aufrufen, Gewaltattentate zu vollziehen», sagte Ostry Deutschlandradio Kultur. Außerdem sollten, wie von Premierminister Habib Essid angekündigt, Parteien verboten werden, die nicht auf dem Boden der Verfassung stünden.

Gleichzeitig müsse die Regierung wirtschaftliche und soziale Fragen angehen, die den Nährboden für die Radikalisierung junger Menschen böten, sagte Ostry. An die Adresse der internationale Gemeinschaft appellierte er, den tunesischen Sicherheitskräften mit Material zu helfen und sie noch besser bei der Ausbildung zu unterstützen. Ohne internationale Hilfe sei auch die Kontrolle der porösen Grenzen zu den Nachbarländern Libyen und Algerien nicht zu schaffen.