TV-Hersteller Loewe hofft trotz Insolvenz auf Rettung

Der traditionsreiche Fernseher-Hersteller Loewe hofft trotz eines Insolvenzverfahrens auf eine Rettung auf den letzten Drücker. as Amtsgericht Coburg stimmte dem Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu.

Damit kann Vorstandschef Matthias Harsch an Bord bleiben und die Suche nach einem Investor für das fränkische Unternehmen fortsetzen. «Ich bin sehr zuversichtlich», sagte er. Der Geschäftsbetrieb laufe in vollem Umfang weiter.

In den vergangenen Tagen seien mehrere schriftliche Kaufangebote von Interessenten aus dem In- und Ausland eingegangen. Die Verhandlungen liefen auf Hochtouren, Harsch will einen Investor bis Monatsende präsentieren. Apple gehöre allerdings nicht zu den Interessenten, betonte Harsch. Über ein angebliches Interesse des US-Konzerns an Loewe war immer wieder spekuliert worden.

Seit Mitte Juli steht Loewe wegen anhaltender Verluste unter gerichtlichem Gläubigerschutz. Der Schutzschirm, der eine Sanierung in Eigenregie erlaubt, kann laut Gesetz aber maximal drei Monate aufrechterhalten werden. Da die Gesellschaft bisher kein frisches Kapital auftreiben konnte, musste ein Insolvenzverfahren beantragt werden.

An der Börse wurde dies mit Schrecken aufgenommen. Der Kurs der Loewe-Aktie stürzte zeitweise um annähernd 45 Prozent in die Tiefe. Am Nachmittag lag das Papier noch um rund ein Viertel im Minus bei etwa 4,50 Euro.

Loewe hat sich auf Premium-Geräte im Bereich TV und Audio spezialisiert und leidet enorm unter dem harten Preiskampf in der Branche. Der Umsatz fiel binnen fünf Jahren von 374 auf 250 Millionen Euro. Im vergangen Jahr schrieb Loewe einen Verlust vor Zinsen und Steuern von knapp 30 Millionen Euro, weil sich die vergleichsweise teuren Geräte nicht an die Kunden bringen ließen. Die Zahl der Mitarbeiter wurde in mehreren Streichrunden bereits massiv gesenkt. Derzeit beschäftigt Loewe noch rund 650 Menschen.

Die IG Metall bemüht sich seit Monaten um eine soziale Abfederung der Beschäftigten mit Hilfe einer Transfergesellschaft. Für die Region Oberfranken, die nicht zu den bayerischen Boom-Regionen gehört, wäre der Verlust von hunderten Arbeitsplätzen ein herber Schlag. Bayerns scheidender Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) zeigte sich aber optimistisch. «Dass es mehrere ernsthafte Interessenten für das Unternehmen gibt, stimmt mich für den weiteren Prozess insgesamt zuversichtlich.» Ob und in welcher Form es staatliche Finanzierungshilfen wie eine Bürgschaft gegeben werden, ist aber offen. Das werde zu gegebener Zeit in Gesprächen mit allen Beteiligten zu klären sein, sagte Zeil.