Twitter könnte Aktien noch teurer verkaufen

Die Aktien von Twitter scheinen beliebt bei Investoren an der Wall Street: Nach Informationen von US-Medien dürfte der Kurznachrichtendienst seine Anteilsscheine beim bevorstehenden Börsengang noch über der jüngst angehobenen Spanne verkaufen.

Twitter könnte Aktien noch teurer verkaufen
DB Twitter Twitter könnte Aktien noch teurer verkaufen

Die Gesamteinnahmen würden dann knapp 2,2 Milliarden Dollar (1,6 Mrd Euro) betragen.

Die beteiligten Banker planten, 27 Dollar pro Aktie zu verlangen, berichteten das «Wall Street Journal» und der US-Wirtschaftssender CNBC am Mittwoch unter Berufung auf eingeweihte Personen. Das Unternehmen selbst habe aber noch keine Entscheidung getroffen. Bislang waren offiziell 23 bis 25 Dollar angepeilt.

Die Anteilsscheine dürften noch am Mittwochabend (Ortszeit) verkauft werden. Der Handelsstart an der traditionsreichen New York Stock Exchange wird dann für Donnerstag erwartet. Wenn sich der Preis bewahrheiten sollte, läge die Gesamtbewertung des jungen Unternehmens bei 14,7 Milliarden Dollar; darin eingerechnet sind dann auch jene Anteile, die bei den bisherigen Eigentümern verbleiben.

Twitter hat sich zum vielleicht wichtigsten Medium für schnelle Nachrichten entwickelt. Nutzer können über den Dienst 140 Zeichen lange Textnachrichten verschicken, die auch auf Fotos, Videos oder Webseiten verweisen können. Mehr als 500 Millionen dieser sogenannten Tweets gehen täglich raus; die Zahl der aktiven Nutzer liegt bei gut 230 Millionen.

Größter Anteilseigner ist der Investor Rizvi Traverse mit 17,9 Prozent. Es folgen Mitgründer Evan Williams mit 12 Prozent und die Bank JP Morgan Chase mit 10,3 Prozent.

Bei dem Börsengang sollen 70 Millionen Anteilsscheine platziert werden plus eine sogenannte Mehrzuteilungsoption von 10,5 Millionen Aktien, wenn die Nachfrage entsprechend stark ist. Insgesamt wären das etwa 15 Prozent aller Aktien.

Twitter ist der größte Internet-Börsengang seit Facebook im Mai vergangenen Jahres. Hier war der Kurs zunächst eingebrochen. Technische Pannen zum Handelsstart an der Technologiebörse Nasdaq sowie Sorgen um das Geschäft auf Smartphones und Tablet-Computern belasteten die Aktie, die sich zwischenzeitlich aber wieder erholt hat.

Twitter entschied sich für die Konkurrenzbörse NYSE und erzielt schon heute 70 Prozent seiner Werbeeinnahmen auf mobilen Geräten. Allerdings schreibt der schnell wachsende Dienst wegen hoher Investitionen anhaltend Millionenverluste.