U21-Junioren ohne Sieg in EM-Härtetests

Die deutschen U21-Fußballer haben die letzten beiden EM-Tests nicht gewinnen können, dafür aber wichtige Erfahrungen gegen zwei europäische Top-Teams gesammelt.

U21-Junioren ohne Sieg in EM-Härtetests
Bernd Thissen U21-Junioren ohne Sieg in EM-Härtetests

Die Ergebnisse waren dabei für Horst Hrubesch zweitrangig, wichtiger sind für den deutschen U21-Trainer die Erkenntnisse aus den letzten Testspielen vor der EM-Endrunde. «Insgesamt bin ich mit beiden Spielen zufrieden, das waren zwei richtig gute Gegner. Wir haben gesehen, was bei der EM auf uns zukommt. Das war eine wichtige Erfahrung für die Jungs», befand der DFB-Coach nach dem 2:3 (1:1) in England im letzten Vorbereitungsspiel vor den Titelkämpfen im Juni in Tschechien. Am Freitag hatten die deutschen Fußball-Junioren gegen Rekord-Europameister Italien ein 2:2 erreicht.

Kein Sieg in den Härtetests und dazu die erste Niederlage seit mehr als einem Jahr - für Hrubesch kein Grund zur Beunruhigung. «2009 haben wir vor der EM auch 0:4 gegen die Niederlande verloren, nachher sind wir Europameister geworden», sagte der Coach. Vor dem Turnier vom 17. bis 30. Juni bleibt dem DFB-Trainer noch ein einwöchiges Trainingslager in Österreich, ehe das Team mit 23 Spielern zur Endrunde nach Prag fährt. Hrubesch plant mit 26 oder 27 Akteuren in die Vorbereitung zu gehen und den Kader anschließend zu reduzieren.

Im Riverside-Stadium von Middlesbrough zeigte die auf sieben Positionen veränderte deutsche Elf vor mehr als 30 000 Zuschauern eine weitaus bessere Leistung als drei Tage zuvor gegen die Italiener. Mit Torhüter Marc-André ter Stegen, den Außenverteidigern Julian Korb und Christian Günter sowie Emre Can im defensiven Mittelfeld und Philipp Hofmann im Angriffszentrum wirkte die DFB-Elf gefährlicher und robuster. «Natürlich müssen wir nach der 2:1-Führung die Entscheidung suchen, um das Spiel zu gewinnen», sagte Hrubesch.

Mann des Spiels im deutschen Team war Mittelstürmer Hofmann, der an seinem 22. Geburtstag gleich zwei sehenswerte Treffer (15./50.) erzielte und mit insgesamt neun Toren in 15 Spielen eine überragende Quote hat. «Es war ein großartiges Erlebnis, hier zu spielen und ist super, auf der Insel zwei Tore zu machen, auch wenn ich mich natürlich über die Niederlage ärgere», sagte der Torjäger des 1. FC Kaiserslautern. Die Entscheidung zugunsten der Engländer, die auch bei der EM dabei sind, fiel in der Schlussviertelstunde durch die Treffer von Nathan Redmond und James Ward-Prowse.

«Heute haben wir uns selbst geschlagen. Das wird bei der EM nicht passieren», versprach Hrubesch. Sein großes Ziel ist nicht nur der zweite Titelgewinn nach 2009, sondern auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 in Rio. Dafür genügt der Einzug ins Halbfinale. Zuvor muss sich die deutsche Mannschaft, die ihre drei Vorrundenspiele in Prag austragen wird, gegen die starke Konkurrenz aus Serbien, Dänemark und Tschechien durchsetzen. Für Hrubesch alles machbar: «Wenn alle an Bord sind, haben wir eine gute Mannschaft, die um den Titel spielt», betonte der DFB-Coach.