U21 will im «Kollektiv» gegen Portugal ins EM-Finale

Als verschworene Einheit will die nächste deutsche Fußballer-Generation die vorletzte Hürde zum ersehnten Ziel nehmen. Der Weg zurück in die Goldene Stadt zum EM-Finale wird für die hochgelobten deutschen U21-Junioren aber schmerzhaft.

U21 will im «Kollektiv» gegen Portugal ins EM-Finale
Peter Kneffel U21 will im «Kollektiv» gegen Portugal ins EM-Finale

«Jeder wird an seine Grenzen gehen müssen, um dieses Spiel zu gewinnen. Portugal wird extrem schwer für uns», prophezeite Triple-Champion Marc-André Ter Stegen zum ersten Halbfinale am Samstag in Olmütz gegen Portugal.

Die Südeuropäer gewannen die Gruppe B und hinterließen als Mannschaft und auch individuell einen bärenstarken Eindruck. Doch das Team von DFB-Trainer Horst Hrubesch strotzt ungeachtet des etwas wechselhaften Turnierverlaufs vor Selbstvertrauen. «Am Ende wird entscheidend sein, wer das beste Kollektiv hat. Da kenne ich unsere Mannschaft sehr gut. Wir haben ein gutes Kollektiv», sagte Team-DJ Leonardo Bittencourt, der für eine fröhliche Rückfahrt im Bus am Samstagabend schon mal die passende Musik vorbereitet hat.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach lässt sich diesen Leckerbissen im Juniorenbereich, den Bittencourt als «vorgezogenes Endspiel», bezeichnete, nicht entgehen. Das Meeting der UEFA-Exekutive am Montag und Dienstag mit Themen wie Blatter und Financial Fairplay würde er auch gerne mit einem Finale mit deutscher Beteiligung krönen.

Für das Halbfinale gegen einen kompakten Gegner mahnte Hrubesch-Assistent Thomas Nörenberg «strategische Aggessivität» an. Emre Can drückte es etwas weniger akademisch aus. «Wir müssen aggressiv zu Werke gehen, den Portugiesen wehtun und unser Ding durchziehen», sagte der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler vom FC Liverpool.

Portugal ließ mit dem Minimal-Torverhältnis von 2:1 Schweden, U21-Rekordchampion Italien und England hinter sich. Aber dieser statistische Wert täuscht über die Stärken des Teams von Trainer Rui Jorge ein wenig hinweg, das sich vor allem als Einheit präsentierte. Aus dieser stechen William Carvalho, dessen Marktwert auf 22 Millionen Euro taxiert wird, und Sergio Olivera heraus. Carvalho führt in der Pass-Statistik mit 231 Versuchen, von denen 205 ankamen (89 Prozent). Olivero liegt auf Rang drei (196/174/89).

Trotz des wechselhaften Turnierverlaufs mit den Unentschieden gegen Serbien und Tschechien (je 1:1) und der Gala gegen Dänemark (3:0) sieht sich das deutsche Team gerüstet. Hrubesch hat weiter die freie Wahl, lediglich Bittencourt und Moritz Leitner waren leicht angeschlagen, sollen aber zur Verfügung stehen. Der Ex-Profi, 2009 bereits U21-Europameister-Trainer, hat seine Startelf bisher jeweils dem Gegner angepasst. Insofern wären auch gegen Portugal Änderungen nicht ungewöhnlich.

Hrubesch kann sich diese auch leisten, weil er einen breiten Kader zur Verfügung hat. Und die Spieler wollen ihn für sein Vertrauen belohnen. «Es wäre das Höchste für uns und den Trainer, das von 2009 noch mal zu wiederholen», sagte Innenverteidiger Dominique Heintz und fügte an: «Es können nicht viele sagen, dass sie U21-Europameister geworden sind. Das ist unser Ziel, aber kein Selbstläufer.»

Voraussichtliche Aufstellung:

ter Stegen (FC Barcelona) - Korb (Borussia Mönchengladbach), Ginter (Borussia Dortmund), Heintz (1. FC Kaiserslautern), Christian Günter (SC Freiburg) - Can (FC Liverpool), Kimmich (RB Leipzig) - Younes (1. FC Kaiserslautern), Meyer (Schalke 04), Schulz (Hertha BSC) - Volland (1899 Hoffenheim)