Überflutungen im Südwesten

Stundenlanger Regen hat im Südwesten Deutschlands erneut Bewohner, Feuerwehr und Polizei in Atem gehalten. Betroffen war vor allem der nordwestliche Teil Baden-Württembergs.

Überflutungen im Südwesten
Andreas Rosar Überflutungen im Südwesten

Ein Feuerwehrmann erlitt bei einem Notfalleinsatz an einer S-Bahn-Haltestelle in Bretten bei Karlsruhe einen Stromschlag von der Oberleitung und wurde lebensgefährlich verletzt, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Der 35-Jährige zog sich schwere Verbrennungen zu. Auch in Bayern waren weitere Gewitter mit viel Regen angekündigt. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) setzt angesichts der Unwetterserie in Deutschland auf bessere Vorhersagen.

Im Bahnverkehr sorgte das jüngste Unwetter im Südwesten für Behinderungen. Ein Güterzug fuhr auf der Strecke zwischen Bretten und Maulbronn in Geröll, das auf die Schienen gerutscht war. Die Aufräumarbeiten an der Strecke sollten noch den ganzen Donnerstag dauern, wie die Bahn mitteilte. Bis dahin werde der Fernverkehr von Heidelberg nach Stuttgart umgeleitet. Der Zugverkehr auf der Strecke zwischen Sulzbach und Murrhardt kam wegen überspülter Gleise zum Stillstand.

Auf dem Gelände des Flugplatzes Mosbach-Lohrbach wurde ein Arbeiter von einem Blitz getroffen, als er eine Antenne wartete. Der Mann wurde leicht verletzt. Bei Ölbronn-Dürrn setzte ein Blitzschlag eine Scheune in Brand. Das Feuer konnte aber schnell gelöscht werden. Mehrere Straßen und Keller standen unter Wasser. Nach ersten Schätzungen der Polizei beträgt der Schaden der Unwetternacht mindestens rund 500 000 Euro.

Der bayerische Landtag gedachte nach der Hochwasserkatastrophe in Niederbayern mit einer Schweigeminute der Toten. Denjenigen, die ihr Hab und Gut verloren hätten, müsse schnell und unbürokratisch geholfen werden, sagte Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (CSU) am Donnerstag. Bei den Überschwemmungen im Landkreis Rottal-Inn in der vergangenen Woche starben sieben Menschen. Nach Schätzungen des Landrats entstand ein Schaden von mehr als einer Milliarde Euro.

Umweltministerin Hendricks erinnerte angesichts der vielen Unwetter in Deutschland an die Folgen des Klimawandels. «Durch den Klimawandel häufen sich diese Ereignisse», sagte sie der «Nordwest-Zeitung». «Mit immer neuen Temperaturrekorden erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit für Wetterlagen, die Extremereignisse begünstigen.» Die Länder und der Deutsche Wetterdienst arbeiteten bereits an besseren Vorhersagen. «Hier brauchen wir aber auch noch mehr Forschung.»