UEFA-Mitglieder stehen weiter hinter Platini

Trotz der aktuellen Suspendierung Michel Platinis rückt die Europäische Fußball-Union vorerst immer noch nicht endgültig von dem angeschlagenen UEFA-Präsidenten ab.

UEFA-Mitglieder stehen weiter hinter Platini
Jean-Christophe Bott UEFA-Mitglieder stehen weiter hinter Platini

Nach einer kontroversen Diskussion und Überlegungen über einen Plan B einigten sich die 54 Mitgliedsverbände und das Exekutivkomitee auf ein dünnes, fünfzeiliges Statement: «Wir unterstützen Michel Platinis Recht auf ein gerechtes Verfahren und sein Recht, seinen Namen reinzuwaschen», heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

Platini sei auch weiterhin Kandidat für das Amt des FIFA-Präsidenten, erklärte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino. Die UEFA-Mitglieder seien sich einig gewesen, dass die Wahl eines Nachfolgers des ebenfalls gesperrten Weltverbands-Präsidenten Joseph Blatter «nicht verschoben werden» und weiter am 26. Februar 2016 in Zürich stattfinden solle. Platini hatte kurz vor seiner Suspendierung noch fristgerecht die notwendigen fünf Unterstützerstimmen eingereicht. Um zur Wahl zugelassen zu werden, muss er aber noch eine Integritätsprüfung überstehen.

Es ist weiterhin möglich, dass sich die Europäer deshalb rund um das FIFA-Exekutivtreffen am 20. Oktober noch auf einen Ersatz-Bewerber für Platini einigen. «Was immer in den nächsten Tagen passiert, wird diskutiert werden», sagte Infantino. «Wenn jemand anders sich auftut, dann wird man sehen. Es ist jetzt zu früh, darüber etwas zu sagen.»

Platini war von der FIFA-Ethikkommission für 90 Tage gesperrt worden, dennoch beruft die UEFA vorerst keinen Interimspräsidenten. Die Ethikhüter des Weltverbands müssten «sehr schnell» arbeiten und bis spätestens «Mitte November» eine endgültige Entscheidung über Platini treffen, hieß es weiter in der Erklärung.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach wollte sich nach dem Treffen nicht äußern, auch Karl-Heinz Rummenigge gab in seiner Funktion als Vorsitzender der Europäischen Club-Vereinigung ECA keinen Kommentar ab. «Es gab unterschiedliche Meinungsäußerungen», berichtete Infantino. «Bei einer Sache waren sich alle einig: alle unterstützen Michel Platini als Person auch für die Arbeit, die er leistet als Präsident der UEFA und für den europäischen Fußball.»

Der Franzose hatte für Dienste zwischen Januar 1999 und Juni 2002 erst knapp neun Jahre später von FIFA-Chef Joseph Blatter zwei Millionen Schweizer Franken erhalten. 2011 unterstützten die UEFA-Verbände unter der Führung von Platini den Schweizer im Wahlkampf gegen den Katarer Mohamed bin Hammam, der Franzose trat selbst nicht an. Von der Schweizer Bundesanwaltschaft wird er als «Auskunftsperson» geführt.