Ukraine-Streit: Russland weist EU-Vorwürfe zurück

Russland hat heftige EU-Kritik zurückgewiesen, dem Nachbarland Ukraine eine europäische Zukunft zu verbauen.

Ukraine-Streit: Russland weist EU-Vorwürfe zurück
Sergey Dolzhenko Ukraine-Streit: Russland weist EU-Vorwürfe zurück

Die Vorwürfe, Moskau habe massiven Druck auf Kiew ausgeübt, seien «unangemessen», sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow, der Agentur Interfax.

Im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt Kiew harrten aus Protest gegen den Stopp des EU-Kurses mehrere Hundert Demonstranten schon die fünfte Nacht aus. Die Lage war ruhig. Innenminister Witali Sachartschenko rief die Polizei zur Zurückhaltung auf.

Die zumeist jungen Anhänger einer EU-Integration der Ex-Sowjetrepublik wärmten sich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt an Feuern und tanzten zu Popmusik, wie örtliche Medien berichteten. Die bekannte Sängerin Ruslana (40) kündigte an, sich dem Hungerstreik der inhaftierten Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko anzuschließen. Damit will die Oppositionsführerin, die an diesem Mittwoch 53 Jahre alt wird, die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens erreichen.

Der zuständige EU-Kommissar Stefan Füle betonte in einem Beitrag für die Kiewer Tageszeitung «Kommersant», dass die EU nicht mit der Ukraine über einen Ausgleich für mögliche Verluste auf dem wichtigsten Absatzmarkt Russland verhandele. Moskau hatte der Führung in Kiew wiederholt mit Handelssanktionen gedroht. Daraufhin legte die Ukraine die für Freitag geplante Unterzeichnung des Vertrages mit der EU über engere Zusammenarbeit und freien Handel zunächst auf Eis. Putins Sprecher Peskow behauptete, Russland werde jede Entscheidung der Ukraine «anerkennen und begrüßen».