Ukraine und Russland wollen sich um Gasversorgung für Winter kümmern

Die Ukraine und ihr Gaslieferant Russland wollen sich auf die Versorgung des Landes für den kommenden Winter einigen. Am späten Nachmittag kamen in Brüssel Vertreter beider Seiten zusammen, um das sogenannte Winterpaket auf den Weg zu bringen.

Mit dabei waren der russische Energieminister Alexander Nowak, sein ukrainischer Kollege Wladimir Demtschischin, der Chef des ukrainischen staatlichen Versorgers Naftogaz, Andrej Kobolew, und der Chef des russischen Staatskonzerns Gazprom, Alexej Miller.

Beide Seiten hatten sich bereits Mitte September auf das Paket verständigt. Details wie Zeiträume, Preise und Lieferbedingungen waren noch auszuhandeln. Die EU-Kommission vermittelt in dem Streit.

Kurz vor Beginn der Beratungen setzte Gazprom bereits die «Take or pay»-Klausel im bestehenden Vertrag mit der Ukraine von Oktober bis Ende März vorerst aus. Das berichtete die Agentur Interfax unter Berufung auf ein Schreiben an den ukrainischen Staatskonzern Naftogaz. Die Klausel verpflichtet die Ukraine, mindestens 41,6 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich aus dem Nachbarland zu kaufen. Sonst muss Kiew hohe Strafen zahlen.

Die Ukraine benötigt mindestens noch zwei Milliarden Kubikmeter Erdgas für den kommenden Winter. Die frühere Sowjetrepublik versucht seit Jahren, den Import von russischem Gas zu reduzieren. Seit dem 1. Juli 2015 führt das Land kein Gas mehr vom Nachbarn ein. Stattdessen wird der Energieträger aus der Slowakei und aus Ungarn importiert. 2014 lag der Importbedarf bei etwa 19,5 Milliarden Kubikmetern. Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für russisches Gas in die EU.