Ukrainische Armee und Separatisten ringen um Waffenruhe

Mit einer neuen Waffenruhe wollen die ukrainische Armee und die militanten Separatisten das Blutvergießen im Krisengebiet Donbass stoppen.

Ukrainische Armee und Separatisten ringen um Waffenruhe
Konstantin Grishin Ukrainische Armee und Separatisten ringen um Waffenruhe

Eine von den moskautreuen Aufständischen verkündete Feuerpause im Raum Lugansk bestätigte die prowestliche Führung in Kiew aber zunächst nicht. Auch die Gefechte am zerstörten Flughafen von Donezk dauerten am Dienstag an.

In der Unruheregion seien innerhalb von 24 Stunden mindestens zwei Soldaten und zwei Zivilisten ums Leben gekommen, sagte Andrej Lyssenko vom Sicherheitsrat in Kiew. «Es gibt zwar Absichten für eine Waffenruhe, aber noch keine belastbare Vereinbarung», betonte er.

Separatistenführer Andrej Purgin in Donezk zeigte sich optimistisch. «Theoretisch soll am Dienstagabend die Waffenruhe am Flughafen beginnen, denn die ukrainischen Truppen sitzen dort ohne Essen und Brennholz», sagte er der Agentur Interfax zufolge. Auch sein Kollege Igor Plotnizki im benachbarten Lugansk sprach von einer bereits vereinbarten Feuerpause. Sie solle von diesem Freitag an gelten. Vom 6. Dezember an würden beide Seiten schweres Kriegsgerät «etwa 15 bis 20 Kilometer» von der Kampflinie zurückziehen, sagte Plotnizki.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatte ebenfalls von Gesprächen der Konfliktparteien berichtet. Die Verhandlungen gelten als neuer Anlauf zur Umsetzung der Friedensvereinbarungen von Anfang September. Die damals verabredete Waffenruhe wurde aber mehrfach gebrochen. Allein während der offiziellen Feuerpause starben im Donbass mehr als 1000 Menschen.

Bei einem Nato-Treffen in Brüssel warnte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier vor allzu großen Hoffnungen. «Es gibt keinen Grund optimistisch zu sein. Das Risiko einer jederzeitigen Eskalation der Verhältnisse besteht nach wie vor.»

Purgin sagte, die Aufständischen würden bis zum 9. oder 10. Dezember eine breitere Vereinbarung mit der Zentralregierung anstreben. «Wir sind nahe dran», sagte der Separatistenführer in Donezk. Die Regierung in Kiew lehne den Dialog aber ab. Purgin schlug Moskau als Vermittler vor. Der Westen wirft Russland die Unterstützung der Separatisten mit Kämpfern und Waffen vor. Der Kreml widerspricht dem.