Um 0,05 Sekunden: Rebensburg verpasst Kugel trotz Siegs

Trotz einer atemberaubenden Aufholjagd hat Ski-Ass Viktoria Rebensburg den Gewinn der Riesenslalom-Kristallkugel um einen Wimpernschlag verpasst. Die Oberbayerin feierte in St. Moritz zwar dank eines bärenstarken zweiten Laufs ihren dritten Saisonsieg.

Um 0,05 Sekunden: Rebensburg verpasst Kugel trotz Siegs
Gian Ehrenzeller Um 0,05 Sekunden: Rebensburg verpasst Kugel trotz Siegs

Weil die Österreicherin Eva-Maria Brem aber auf Rang vier kam, fehlten Rebensburg in der Disziplinwertung am Ende zwei Punkte. Wäre Brem 0,05 Sekunden langsamer gewesen und damit auf den fünften Tagesrang gerutscht, hätte es für die Deutsche gereicht.

Nach der Zitterpartie beim Weltcup-Finale zeigte sich Rebenburg, die vor Taina Barioz aus Frankreich und der Schweizer Gesamtsiegerin Lara Gut gewann, als faire Sportlerin. «Man muss wirklich sagen: Die Eva hat es sich extrem verdient, sie war extrem konstant in der Saison.» Die Österreicherin sagte im ORF: «Ich bin so erleichtert. Vor drei Jahren wollte ich meine Karriere beenden, weil die Erfolge gefehlt haben. Und jetzt das. Ich hoffe, dass dieser Tag nie aufhört.»

Nach dem ersten Durchgang im WM-Ort von 2017 schien bereits eine Vorentscheidung gefallen, als Brem führte und Rebensburg nur Achte war. Dann aber legte die Olympiasiegerin von 2010 mit einem Traumlauf und riesigem Vorsprung vor. Und Brem zeigte Nerven. «Ich habe gesehen, sie hat zum Bremsen angefangen», sagte Rebensburg im ZDF. Brem selbst erzählte: «Es war für mich so schlimm. Oben ist ein Lautsprecher, ich habe den ganzen Rennverlauf mitgekriegt.»

Am Ende entschied auch der Saisonstart: Weil die 26-jährige Deutsche diesen nämlich verpatzt hatte, reichten ihr drei Siege und ein zweiter Platz in den letzten vier Saisonrennen nicht zum Pokal.

«Es war trotzdem ein schöner Tag für mich», gab Rebensburg an. Mit ihrem insgesamt 13. Weltcup-Sieg ist sie in der deutschen Rangliste nur noch einen Erfolg von Martina Ertl-Renz entfernt.