Umfrage: «Generation Mitte» will Stabilität statt Abwechslung

Nicht Abwechslung und Vergnügen, sondern Stabilität und Unabhängigkeit, das wünscht sich einer Umfrage zufolge die mittlere Generation in Deutschland. Am wichtigsten sind den 30- bis 59-Jährigen Gesundheit, eine stabile Partnerschaft, gute Freunde und finanzielle Absicherung.

Umfrage: «Generation Mitte» will Stabilität statt Abwechslung
Hendrik Schmidt Umfrage: «Generation Mitte» will Stabilität statt Abwechslung

Dies gehtaus der am Mittwoch in Berlin vorgestellten Allensbach-Erhebung hervor. «Alles, was die Lebenssituation stabil hält», resümierte Allensbach-Chefin Renate Köcher. Ganz am Ende der Skala stehe dagegen das, was man der Generation oft nachsage: das Leben genießen zu wollen.

Ein Großteil der Berufstätigen geht der Umfrage im Auftrag der deutschen Versicherungswirtschaft zufolge davon aus, dass sich weder im Freundeskreis, noch am Arbeitsplatz rasch etwas ändern wird. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Situation in Europa, sei bemerkenswert, wie stabil «Generation Mitte» ihre Lebenssituation empfinde, sagte Köcher. «Das unterscheidet uns derzeit massiv von den südeuropäischen Ländern.»

So seien 63 Prozent der 1420 Befragten überzeugt, einen sicheren Arbeitsplatz zu haben. Nicht einmal jeder zehnte fürchtet, den Job im nächsten halben Jahr zu verlieren. «Das unterstreicht die besondere Lage Deutschlands in einem teilweise sehr turbulenten Europa», erläuterte Köcher. Jeder zweite Befragte sei zudem schon zehn Jahre oder länger beim selben Arbeitgeber.

Zur «Generation Mitte» zählen in Deutschland etwa 35 Millionen Menschen. Es sei die Generation, die den größten Anteil zu den Steuereinnahmen beitrage, die soziale Sicherung finanziere, Kinder erziehe und die ältere Generation unterstütze, betonte der Präsident des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft, Alexander Erdland.

Trotz ihrer stabilen Lebenssituation haben die 30- bis 59-Jährigen der Umfrage zufolge aber auch einen umfassenden Sorgenkatalog. «Das sind alle Dinge, die die Stabilität des eigenen Lebens außer Kraft setzen könnten», sagte Köcher. Dazu gehört Krankheit, dass der Familie etwas zustößt oder man den Lebensstandard im Alter nicht halten kann. Etwa jeder Vierte fürchtet mehr Stress, ein Drittel würde gern früher in Rente gehen.

Für das Alter sei die Generation nicht so gut gewappnet, wie sie es gern hätte, sagte Köcher. 44 Prozent machen sich Sorgen um die eigene Alterssicherung, vor allem Mütter von Kindern unter 14 Jahren. Dabei finden es drei Viertel zwar vernünftig, Geld zurückzulegen, wollen sich dafür aber nicht allzu sehr einschränken.