Umfrage sieht Linksbündnis in Griechenland klar vorn

Alexis Tsipras zieht die Menschen in Griechenland offenbar immer mehr in seinen Bann. Seine Linkspartei Syriza kämpft vor der Wahl in Griechenland um die absolute Mehrheit.

Umfrage sieht Linksbündnis in Griechenland klar vorn
Michael Kappeler Umfrage sieht Linksbündnis in Griechenland klar vorn

Einen Tag vor der mit Spannung erwarteten Parlamentswahl in Griechenland hat die Linkspartei Syriza ihren Vorsprung in den Umfragen ausgebaut. In einer neuen Umfrage lag das Linksbündnis von Alexis Tsipras 7 Prozentpunkte vor der konservativen Nea Dimokratia von Ministerpräsident Antonis Samaras. Die Wahl ist eine Richtungsentscheidung um die künftige Schulden- und Sozialpolitik.

Syriza kam nun auf 33,5 Prozent der Stimmen. Die Konservativen lagen bei 26,5 Prozent. Mit diesem Ergebnis wäre Syriza auf einen Koalitionspartner angewiesen. Bei einer am Vortag veröffentlichten Umfrage betrug der Vorsprung des Linksbündnisses vor den Konservativen 6 Prozentpunkte.

Griechenland wählt am Sonntag ein neues Parlament. Die vorgezogenen Wahlen waren notwendig geworden, weil die Wahl eines Staatspräsidenten in der Volkskammer Ende des vergangenen Jahres gescheitert war. 9,8 Millionen Menschen sind wahlberechtigt. Die Wahllokale sind am Sonntag von 6.00 bis 18.00 Uhr (MEZ) geöffnet. Prognosen werden unmittelbar danach erwartet, erste Hochrechnungen gegen 20.00 Uhr (MEZ). Die Wahl gilt als richtungsweisend für Griechenlands Zukunft in der Eurozone.

Tsipras will im Falle eines Wahlsieges einen Schuldenschnitt mit den internationalen Geldgebern aushandeln. Griechenland hat Staatsschulden in Höhe von rund 320 Milliarden Euro.

Als drittstärkste Kraft zeichnet sich die neue pro-europäische Partei der politischen Mitte To Potami (Der Fluss) ab. Sie lag nun bei 7 Prozent der Stimmen. Dicht dahinter folgt die rechtsradikale und rassistische Partei Goldene Morgenröte mit 6 Prozent.

Der Umfrage nach schaffen auch die Kommunisten und die Sozialisten mit 5,5 Prozent beziehungsweise 5 Prozent den Einzug ins Parlament. Zittern müssen die rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen. Sie kamen auf 3,5 Prozent. Die neue Bewegung des früheren sozialistischen Regierungschefs Giorgos Papandreou lag abgeschlagen bei 1,5 Prozent. Für den Einzug ins Parlament gilt eine Drei-Prozent-Hürde.