Umsatz mit fair gehandelten Lebensmitteln legt zu

Der Appetit der deutschen Verbraucher auf fair gehandelte Lebensmittel wächst: Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um knapp 20 Prozent auf rund 300 Millionen Euro.

Umsatz mit fair gehandelten Lebensmitteln legt zu
Jörg Carstensen Umsatz mit fair gehandelten Lebensmitteln legt zu

Dies teilte Dieter Overath, Geschäftsführer von Transfair am Montag auf der weltgrößten Lebensmittelmesse «Anuga» in Köln mit.

Besonders Bananen legten mit einem mengenmäßigen Plus von 103 Prozent auf 16 934 Tonnen zu. Auch Kaffee entwickelte sich weiter positiv mit einem um vier Prozent auf 4744 Tonnen gestiegenen Absatz. Sorgenkind bleibe die Schokolade, deren Absatz zwar um fünf Prozent gestiegen sei, aber nach einem schwachen vergangenen Jahr dennoch in den ersten sechs Monaten 2013 nur auf rund 373 Tonnen kam.

«Wir haben eine gemeinsame Verantwortung, dass diejenigen, die uns den Tisch decken, auch selbst davon satt werden», betonte Overath. Der faire Handel bildet Einkommensgrundlage für inzwischen mehr als 1,3 Millionen Produzenten weltweit, die einen stabilen Mindestpreis und zusätzliche Sozialprämien erhalten.

Gut 80 Prozent der Fairtrade-Produzenten sind Kleinbauern. Der Verein Transfair vergibt das Siegel im Deutschland. Hier gebe es eine große Dynamik bei der Neulistung von fairen Produkten bei Handelseigenmarken - sowohl im Discount als auch im klassischen Lebensmitteleinzelhandel, sagte Overath. Nötig sei mehr Engagement seitens großer Hersteller.

Transfair-Botschafter und Schauspieler Hannes Jaenicke betonte: «Wir Verbraucher haben es in der Hand. Wenn wir konsequent zu fairen und regionalen Produkten greifen, wird das die Haltung von Unternehmen langfristig verändern.»