Umschalten: Schalke nach Derby-Jubel gegen Maribor

Derby-Euphorie ausschalten, emotional umschalten und den Champions-League-Modus einschalten: Die Profis des FC Schalke 04 müssen nach dem Festtag gegen Dortmund für das erste Heimspiel in der europäischen Königsklasse gegen NK Maribor die Partystimmung aus den Köpfen bekommen.

Umschalten: Schalke nach Derby-Jubel gegen Maribor
Bernd Thissen Umschalten: Schalke nach Derby-Jubel gegen Maribor

«Für uns ist es eine Herausforderung, uns auf die sicher nicht leichte Aufgabe gegen Maribor zu konzentrieren», sagte Schalkes Manager Horst Heldt vor dem Duell mit dem slowenischen Abonnementsmeister in Gelsenkirchen.

Nach dem Gefühlskino beim 2:1-Triumph gegen Borussia Dortmund müssen die Spieler laut Heldt «die Glücksgefühle zur Seite legen», die Partie gegen Maribor mit dem «gleichen Aufwand und der gleichen Begeisterung» wie gegen den BVB angehen. «Dann sind wir schwer zu schlagen. Wenn wir das nicht hinkriegen, werden wir wieder Probleme bekommen», warnte der Manager. Er betonte, dass Maribor nicht mal so eben im Vorbeigehen bezwungen werden könne. «Sie haben sich in den Playoffs gegen Celtic Glasgow durchgesetzt und im ersten Spiel gegen Sporting Lissabon ein 1:1 erreicht. Jede Mannschaft in der Gruppenphase der Champions League hat Qualitäten.»

Die Generalprobe des Teams von Trainer Ante Simundza ging allerdings daneben. Gegen Aufsteiger und Liga-Schlusslicht NK Radomlje kam der zwölfmalige Landesmeister nicht über ein 0:0 hinaus. Vor allem in der Offensive tut sich die Mannschaft derzeit schwer. Gleichwohl freuen sich alle auf das Gastspiel und die Atmosphäre auf Schalke, wie NK-Sportdirektor Zlatko Zahovic im «Kicker» (Montag) verriet. «Wir spielen im Land des Weltmeisters gegen ein Top-Team», sagte Sloweniens Rekordnationalspieler, der 2008 Schalkes Viertelfinale gegen den FC Porto in der Veltins-Arena live miterlebte. «Die Fans waren beeindruckend, darauf muss unser Team vorbereitet sein. Meistens spielen wir in unserer Liga ja vor 4000 Zuschauern.»

Max Meyer sorgt sich nicht um «Motivationsprobleme» gegen Maribor. «Der Trainer wird uns schon gut einstellen. Ein Sieg ist Pflicht», meinte der junge Schalker Spielmacher selbstbewusst. Nach dem überzeugenden 1:1 beim FC Chelsea vor zwei Wochen könne man laut Heldt den gewonnenen Punkt mit einem Heimsieg vergolden. «Deshalb ist das Spiel so wichtig.»

Eric Maxim Choupo-Moting bedauert zwar, dass wegen des dichten Programms kaum Zeit bleibt, den Erfolg gegen Dortmund richtig «zu genießen», aber es nützt nichts. «Wir müssen unseren Fokus auf Maribor richten und unsere Leistung konstant abrufen», betonte der zurzeit glänzend aufgelegte Kameruner. Der Nationalspieler ist ein echter Gewinn und kann in der Offensive jede Position spielen. Da Julian Draxler nach seiner Zwei-Spiele-Sperre und zehntägiger Spielpause frisch und voller Tatendrang zurückkehrt, dürfte Choupo-Moting von links nach rechts rücken. Zumal Sidney Sam nicht nur formschwach ist, sondern auch mit muskulären Problemen zu kämpfen hat.

Heldt deutete an, dass wegen der hohen Belastung mit einer maßvollen Rotation zu rechnen ist: «Wir werden sicher den einen oder anderen frischen Spieler bringen.» Trainer-Stehaufmännchen Jens Keller kann personell noch längst nicht aus dem Vollen schöpfen, hat aber wieder mehr Optionen. Da der lange verletzte Atsuto Uchida in Bremen und gegen den BVB durchspielen musste, ist er ein Kandidat für eine Pause. Kaan Ayhan könnte den japanischen Rechtsverteidiger vertreten.

FC Schalke 04: Fährmann - Ayhan, Matip, Neustädter, Fuchs - Boateng, Aogo - Choupo-Moting, Meyer, Draxler - Huntelaar

NK Maribor: Handanovic - Stojanovic, Rajcevic, Suler, Viler - Vrsic, Filipovic, Mertelj, Bohar - Ibraimi, Marcos Tavares

Schiedsrichter: Carlos Velasco Carballo (Spanien)