Umstrittenes Küken-Töten: Gericht sieht Konflikt

Im Streit um das millionenfache Töten von männlichen Küken sieht das Oberverwaltungsgericht in Münster einen Konflikt zwischen einer funktionierender Ernährungswirtschaft und der Ethik.

Umstrittenes Küken-Töten: Gericht sieht Konflikt
Marc Müller Umstrittenes Küken-Töten: Gericht sieht Konflikt

In der mündlichen Verhandlung verwies das Gericht darauf, dass es nur darüber entscheiden könne, ob die klagenden Kükenbrütereien ohne vernünftigen Grund töten würden.

«Nur diese Frage gilt es für uns heute zu bewerten», sagte der Vorsitzender Richter Franz Oestreich. Das Gericht könne bei seiner Entscheidung nicht berücksichtigen, ob es in der Sache einen gesellschaftlichen Wandel beim Tierschutz gebe.

Zwei Kükenbrütereien aus Ostwestfalen hatten in der ersten Instanz vor dem Verwaltungsgericht Minden gegen einen Erlass der rot-grünen NRW-Landesregierung aus dem Jahr 2013 geklagt und Recht bekommen. Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) wollte das Töten von männlichen Küken aus wirtschaftlichen Gründen per Erlass stoppen und ging in die nächste Instanz.

Das für Freitag angekündigte Urteil trifft bundesweit auf Interesse. Die Bundesregierung lehnt ein Verbot ab und setzt auf eine technische Lösung, bei der männliche Embryos vor dem Brüten aussortiert werden (Az.: 20 A 488/15 und 20 A 530/15, Verwaltungsgericht Minden 2 K 80/14 und 2 K 83/14).