Umwelthilfe: Neuwagen verbrauchen viel mehr Sprit als angegeben

In Deutschland zugelassene Neuwagen haben laut einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) häufig einen deutlich höheren Spritverbrauch als von den Herstellern angegeben.

Umwelthilfe: Neuwagen verbrauchen viel mehr Sprit als angegeben
Patrick Pleul Umwelthilfe: Neuwagen verbrauchen viel mehr Sprit als angegeben

Die Abweichung zwischen dem Realverbrauch und den offiziellen Angaben liege bei den zehn am häufigsten zugelassenen Modellen bei durchschnittlich 42 Prozent, teilte die Organisation am Donnerstag in Berlin mit.

Da die KfZ-Steuer an den Ausstoß von CO2 und damit auch an den Verbrauch gekoppelt ist, bedeutet dies nach DUH-Berechnungen allein für 2015 Steuer-Mindereinnahmen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro.

Auch das Erreichen des EU-Klimaziels für Neufahrzeuge für das Jahr 2020 sei nun völlig unrealistisch geworden.

Die Umweltschutzorganisation kritisierte außerdem das aus ihrer Sicht mangelnde Aufklärungsinteresse der zuständigen Behörden.

«Beim Bundesverkehrsministerium und beim Kraftfahrt-Bundesamt werden wir wie Aussätzige behandelt», sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch der Deutschen Presse-Agentur.

Seinen Angaben zufolge haben es mehrere deutsche und europäische Abgas-Prüfstellen abgelehnt, für die Umwelthilfe Tests durchzuführen.

Begründet worden sei dies damit, dass man fürchte, «auf eine schwarze Liste gesetzt zu werden» und dann keine Aufträge aus der Automobilindustrie mehr zu erhalten. Die aktuelle Untersuchung fand laut Resch in der Schweiz statt.