Umwelthilfe will Opel wegen Verbrauchertäuschung verklagen

Die Deutsche Umwelthilfe will gegen Opel vor Gericht ziehen. Die Umweltschutzorganisation werde kommende Woche vor dem Landgericht Darmstadt Klage wegen Verbrauchertäuschung einreichen, sagte Umwelthilfe-Chef Jürgen Resch der Deutschen Presse-Agentur.

Umwelthilfe will Opel wegen Verbrauchertäuschung verklagen
Frank Rumpenhorst Umwelthilfe will Opel wegen Verbrauchertäuschung verklagen

Die DUH hatte dem Autobauer eine Frist gesetzt, eine Unterlassungserklärung für bestimmte Werbeaussagen zum Zafira abzugeben, die nach Darstellung der Umweltschützer nicht zutreffen. Die Antwort sei unbefriedigend ausgefallen, sagte Resch. Opel wollte sich am Donnerstag zunächst nicht dazu äußern.

Laut DUH wolle Opel nur zwei Aussagen streichen: Dass die «alte Dieselschwäche», der Ausstoß von Stickoxiden, Geschichte sei und dass kontinuierlich Harnstoff zur Abgasreinigung eingespritzt werde. Dies seien nebensächliche Formulierungen. Entscheidend sei die Werbung mit einem «Kältetest bei -30 Grad» und die Angabe, dass die Diesel so sauber wie ein Benziner seien.

Zusätzlich zur Klage werde die Umwelthilfe einen Antrag auf eine einstweilige Verfügung stellen, sagte Resch, «weil wir das für eine ganz besonders dreiste Form der Täuschung halten.» Er forderte Opel erneut auf, Verkauf und Auslieferung der Modelle Zafira und Astra zu stoppen. Während das Kraftfahrtbundesamt die von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) angekündigten Nachprüfungen durchführe, steige andernfalls die Zahl der geschädigten Autobesitzer. Denen könne nur ein amtlicher Rückruf Rechtssicherheit gewähren.