UN: 2014 höchste Zahl palästinensischer Todesopfer seit 1967

 Im Jahr 2014 sind so viele palästinensische Zivilisten im Konflikt mit Israel umgekommen wie seit dem Sechs- Tage-Krieg 1967 nicht mehr. Dies schrieb die UN-Nothilfeorganisation Ocha in einem Bericht.

Grund für die hohe Todeszahl ist der Gaza-Krieg: Während des Konflikts im Sommer 2014 waren nach Amnesty-Angaben 1500 Zivilisten getötet worden, darunter mehr als 550 Kinder. Sowohl Israel als auch den Palästinensern wird vorgeworfen, in dem Konflikt Kriegsverbrechen begangen zu haben. Die radikal-islamische Hamas wies diesen Vorwurf als «ein Massaker an der Gerechtigkeit» zurück.

Insgesamt starben während des Gaza-Krieges mehr als 2200 Menschen. Auf israelischer Seite kamen mehr als 70 Personen ums Leben, darunter über 60 Soldaten.

Auch das Westjordanland und Ost-Jerusalem erlebten 2014 erhöhte Gewalt. 58 Palästinenser aus dem Westjordanland starben bei Konfrontationen. Auch die Gewalt gegen Israelis im Westjordanland stieg: Laut UN-Ocha wurden 12 Zivilisten getötet.

Ocha kritisiert in dem Bericht auch Häuserzerstörungen und Einschränkung der Bewegungsfreiheit für Palästinenser. Insgesamt schreibt die Organisation von einem «traumatischen» Jahr in den palästinensischen Gebieten.

Israel und die Palästinenser hatten sich im Sommer 2014 einen blutigen Krieg geliefert. Amnesty International hatte militanten Palästinensern in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht vorgeworden, in diesem Konflikt Kriegsverbrechen begangen zu haben.

Das führende Hamas-Mitglied Salah al-Barwadil schrieb in einer Mitteilung, der Amnesty-Bericht sei «genauso schlimm» wie Israels Angriffe auf den Gaza-Streifen. «Der Bericht war ein Massaker an der Gerechtigkeit, denn Amnesty hat sich als verdächtige Organisation entlarvt, die klar dem israelischen Terrorismus dient», schrieb al-Bardawil weiter.

Amnesty International hatte Israel schon im Dezember in einem separaten Bericht vorgeworfen, im Gaza-Konflikt Kriegsverbrechen begangen zu haben. Israel betont stets, alles Mögliche zu tun, um Zivilisten zu schützen.