UN-Chemiewaffeninspekteure verlassen Syrien - Iraner in Damaskus

Nach der Abreise der UN-Chemiewaffenexperten greift in Syrien die Furcht vor einem Militärschlag gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad um sich.

Zahlreiche Flüchtlinge überquerten am Samstag die Grenze zum Libanon - unter ihnen auch viele Unterstützer der Regierung. Die Arabische Liga zog ein für Dienstag in Kairo geplantes Treffen der Außenminister auf diesen Sonntag vor.

Die zwölf Inspekteure um Missionsleiter Ǻke Sellström waren am Samstagmorgen aus Damaskus abgereist. Wenig später überquerten sie die Grenze zum Libanon und trafen am Flughafen der Hauptstadt Beirut ein. Dort wartete nach Angaben des Auswärtigen Amtes ein von der Bundesregierung gechartertes Flugzeug auf das UN-Team, um die Experten samt gesammelter Proben nach Europa zu bringen.

Solange sich die Delegation in Syrien aufhielt, galt eine Strafaktion für den mutmaßlichen Giftgaseinsatz von Mitte vergangener Woche als unwahrscheinlich. Bei dem Angriff auf Vororte von Damaskus, für den die USA das syrische Regime verantwortlich machen, waren Hunderte syrische Zivilisten getötet worden.

Laut Vereinten Nationen ist unklar, wann der Untersuchungsbericht der Inspekteure veröffentlicht wird. Aus Diplomatenkreisen hieß es, es werde mindestens 10 bis 14 Tage dauern, bis die Ergebnisse vorliegen.

Die kuwaitische Zeitung «Al-Kabas» berichtete am Samstag unter Berufung auf arabische Diplomaten, dass mit Militärschlägen spätestens an diesem Sonntag gerechnet werde. Nach der Abreise der Inspekteure gehe es nur noch um Stunden, schrieb das Blatt. Die Intervention werde von verschiedenen Stützpunkten aus gelenkt werden - unter anderem in der Türkei, Jordanien, Griechenland und Zypern, hieß es in dem Bericht.

Als Zeichen der Solidarität mit dem syrischen Regime reiste eine Delegation des iranischen Parlaments nach Damaskus. Wie die Nachrichtenagentur Isna meldete, handelt es sich um eine dreiköpfige Delegation des Auswärtigen Ausschusses. Die Iraner wollten während ihres fünftägigen Aufenthalts auch den syrischen Präsidenten treffen. Der Iran steht im Syrien-Konflikt auf der Seite Assads.