UN-Experten: Glyphosat wahrscheinlich nicht krebserregend

Das umstrittene Unkrautbekämpfungsmittel Glyphosat ist nach Einschätzung von UN-Experten wahrscheinlich doch nicht krebserregend. Tiertests mit für Menschen relevanten Dosen des Mittels hätten gezeigt, dass Glyphosat bei der Nahrungsaufnahme nicht zu genetischen Zellveränderungen führe.

UN-Experten: Glyphosat wahrscheinlich nicht krebserregend
Rainer Jensen UN-Experten: Glyphosat wahrscheinlich nicht krebserregend

Glyphosat ist auch in Deutschland eines der am häufigsten verwendeten Pestizide. Auch Veränderungen des menschlichen Erbguts hätten nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden können. In dem Bericht werden Ergebnisse eines Arbeitstreffens von Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zusammengefasst, das vom 9. bis 13. Mai in Genf stattfand. Allerdings wird auch darauf hingewiesen, dass es bei Tests mit Mäusen bei sehr hohen Dosen Krebsverdacht gab.

Die Aussagen stehen im Gegensatz zu Feststellungen der mit der WHO verbundenen Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) in Lyon, die Glyphosat 2015 als wahrscheinlich krebserregend eingestuft hatte.

Der zuständige EU-Ausschuss für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit will in dieser Woche entscheiden, ob die Zulassung für Glyphosat verlängert werden soll oder nicht. Das Thema ist auch innerhalb der Bundesregierung umstritten. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) ist für eine Verlängerung. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) verlangt dagegen, es müsse erst zweifelsfrei geklärt werden, ob Glyphosat gesundheitlich unbedenklich sei.