UN-Generalsekretär Ban: «Jede Stunde zählt»

Vor dem Beginn der geplanten Untersuchung zum angeblichen Giftgasangriff im Bürgerkrieg in Syrien hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon schnelles Handeln angemahnt. «Jede Stunde zählt», sagte der Südkoreaner am Montag vor Journalisten in Seoul.

UN-Generalsekretär Ban: «Jede Stunde zählt»
Str UN-Generalsekretär Ban: «Jede Stunde zählt»

«Wir können uns keine Verzögerungen mehr leisten.» Die ganze Welt sollte wegen der Bedrohung oder des Einsatzes mit Chemiewaffen besorgt sein. «Deshalb schaut die Welt auf Syrien.»

Ban rief erneut alle Parteien auf, den UN-Experten uneingeschränkten Zugang in das Gebiet östlich von Damaskus zu verschaffen, in dem Giftgas eingesetzt worden sein soll.

Die Chemiewaffeninspekteure der Vereinten Nationen sollten am Montag mit ihren Untersuchungen beginnen. Am Sonntag hatte das syrische Regime überraschend der Untersuchung zugestimmt. Bei dem Angriff am Mittwoch sollen nach Behauptung der Rebellen mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen sein. Eine unabhängige Bestätigung gibt es nicht. Die syrische Regierung weist den Einsatz chemischer Kampfstoffe zurück und beschuldigt stattdessen die Rebellen, Giftgas eingesetzt zu haben.

Der britische Premierminister David Cameron und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben nach Regierungsangaben aus London «wenig Zweifel», dass das syrische Regime hinter dem angeblichen Giftgaseinsatz bei Damaskus steckt. Nach einem Telefongespräch beider Politiker teilte ein britischer Regierungssprecher nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA am späten Sonntagabend mit, beide seien sich einig, dass die UN-Inspekteure in Syrien versuchen sollten, weitere Informationen zu erhalten.

Jedoch sei es angesichts des fortgesetzten Beschusses des Gebiets in den vergangenen Tagen wahrscheinlich, dass es kaum harte Beweise geben werde. Solch ein Chemiewaffenangriff verlange eine «harte Antwort» der internationalen Gemeinschaft, hätten beide übereingestimmt.