UN-Sicherheitsrat unterstützt Militäreinsatz in Zentralafrika

Nach neuen schweren Kämpfen in der Zentralafrikanischen Republik hat der UN-Sicherheitsrat grünes Licht für einen militärischen Eingriff in den blutigen Konflikt gegeben. Ein entsprechendes Mandat verabschiedete das Gremium am Donnerstag in New York einstimmig.

UN-Sicherheitsrat unterstützt Militäreinsatz in Zentralafrika
Juan Carlos Tomasi / Medecins Sa UN-Sicherheitsrat unterstützt Militäreinsatz in Zentralafrika

Frankreich, das bereits rund 650 Soldaten in dem afrikanischen Land hat, hatte vor der Entsendung von rund 1000 weiteren die Entscheidung des Gremiums abwarten wollen. Für 1800 Uhr rief der französische Präsident François Hollande den Verteidigungsrat ein, um den Einsatz zu beschließen.

Der Sicherheitsrat beschloss mit der von Frankreich eingebrachten Resolution außerdem ein Waffenembargo gegen das afrikanische Land. Das Papier fordert zudem UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf, eine unabhängige Untersuchungskommission einzurichten, um mögliche Menschenrechtsverstöße zu untersuchen.

Zuvor war es in der Zentralafrikanischen Republik zu neuen schweren Kämpfen zwischen muslimischen Rebellen und christlichen Selbstverteidigungsgruppen gekommen. Mindestens 20 Menschen kamen ums Leben. Zahlreiche weitere seien bei den Gefechten am Donnerstag in der Hauptstadt Bangui verletzt worden, sagten Augenzeugen der Nachrichtenagentur dpa. Tausende Anwohner suchten in Kirchen und Krankenhäusern Schutz.

Der von den Rebellen eingesetzte Übergangspräsident Michel Djotodia sagte dem französischen Sender BFM TV, die Angriffe seien «zurückgeschlagen» worden. «Wir wollen Frieden, wir wollen Frieden für alle», beteuerte Djotodia.

Erst am Mittwoch hatten Kämpfer des Rebellenbündnisses Seleka («Allianz») sechs Menschen in einem Dorf rund 100 Kilometer nordwestlich von Bangui getötet. «Wir haben die unschuldigen Bürger aus Vergeltung für die Morde getötet, die christliche Kämpfer an unseren Leuten begangen haben», sagte ein Seleka-Mitglied. Seit einem Putsch der Rebellen im März, bei dem Staatschef François Bozizé gestürzt wurde, kommt es in dem bitterarmen Krisenland immer wieder zu religionsbedingter Gewalt. Beobachter sprechen bereits von einem drohenden Völkermord.

Die Europäische Union beriet am Donnerstag in Brüssel über mögliche Schritte. In erster Linie gehe es um finanzielle Unterstützung, sagte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton. Gleichzeitig stellte er fest, alle Optionen lägen auf dem Tisch.