«Unforgettable»: Natalie Cole wird 65

Kein Wunder, dass ihr Leben verfilmt wurde, hatte die Story doch alles, was Hollywood liebt: Kind berühmter Eltern, Sex und Drogen, Erfolg und Absturz sowie jede Menge Skandale.

«Unforgettable»: Natalie Cole wird 65
Urs Flueeler «Unforgettable»: Natalie Cole wird 65

Natalie Cole hat es aber geschafft, aus dem Schatten ihres legendären Vaters herauszutreten, auch wenn sie nie an seinen Ruhm herangekommen ist. Am 6. Februar wird die Jazz-, Soul- und R&B-Sängerin 65 Jahre alt.

Natürlich musste Natalie singen. Schließlich war ihre Mutter Mary Jazzsängerin bei Count Basie und Duke Ellington. Und ihr Vater Nat King Cole war selbst eine Ikone des Jazz. Dass der starke Raucher ein paar Tage nach ihrem 15. Geburtstag mit gerade einmal 45 Jahren an Lungenkrebs starb, hat sie bis heute nicht verwunden. Und auch wenn sie neun Grammys bei sich zu Hause stehen hat - an den Ruhm des Vaters hat Natalie Cole nie herangereicht.

Dabei hat sie ihrem Vater ihren größten Erfolg zu verdanken. Gewiss, Cole hatte schon in den 70er Jahren Grammys als Sängerin gewonnen und in den 80ern war sie mit Bruce Springsteens «Pink Cadillac» viel höher in den Charts als Springsteen vorher selbst. Aber die drei wichtigsten Grammys und ihren mit Abstand größten Hit hatte sie, als sie zusammen mit ihrem Vater sang: «Unforgettable», ein Zusammenschnitt ihrer Stimme mit Aufnahmen ihres 26 Jahre zuvor gestorbenen Vaters, verkaufte sich sieben Millionen Mal und gewann den Grammy als beste Platte und den als beste Aufnahme des Jahres.

Cole konnte auch ordentlich austeilen. Die jungen Popsängerinnen machten nur deshalb keine Europatournee, weil ihre Stimmchen viel zu dünn seien, zeterte sie mal. Am schlimmsten sei Britney Spears: «Die ist für mich keine Sängerin. Die tanzt fast nur und wackelt ein bisschen mit Po und Brüsten.» Und 2008 die Grammys für die drei Jahre später gestorbene Amy Winehouse seien «das falsche Signal»: «Wir müssen aufhören, schlechtes Benehmen zu belohnen.»

Cole wusste, wovon sie sprach. LSD und Heroin hatten lange ihr Leben bestimmt. In ihrer Autobiografie enthüllte sie 2000, dass sie im Rotlichtviertel von Harlem gearbeitet habe. Zur Drogenbeschaffung habe sie ihren kleinen Sohn Robbie mitgenommen. Das ist lange vorbei, aber nicht vergessen: 2008 lag sie drei Wochen mit Hepatitis C, wohl ein Erbe der Rauschgiftzeit, im Krankenhaus, ein Jahr später bekam sie eine von einem Fan gespendete neue Niere. Ihr Ziel seitdem: «Einfach nur gesund bleiben.»