Ungarn kontrolliert nun auch Grenze zu Slowenien

Kroatien hat nach Schließung der ungarischen Grenze die ersten 1500 Flüchtlinge und Migranten nach Slowenien umgeleitet.

Hunderte Menschen seien bereits an den beiden Grenzübergängen Macelj und Mursko Sredisce eingetroffen, teilten die slowenischen Behörden mit. Nach einer Registrierung sollten sie in Richtung Österreich zum Grenzübergang Spielfeld in der Steiermark transportiert werden. Sloweniens Regierungschef Miro Cerar berief den Nationalen Sicherheitsrat ein.

Auch an der Grenze zum Nachbarland Slowenien führt Ungarn nun vorübergehend Kontrollen ein, um eine Einreise von Flüchtlingen zu verhindern. Das sagte Ungarns Außenminister Peter Szijjarto. Grund sei, dass Kroatien Flüchtlinge und Migranten nach Slowenien bringe.

In der Nähe der slowenisch-ungarischen Grenze bei Redics seien am Morgen drei Busse mit insgesamt 150 Flüchtlingen angekommen, sagte György Bakondi, Sicherheitsberater des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban.

Die Reise aus dem östlichen Teil Sloweniens in Richtung Österreich über den Umweg Ungarn kann wegen der günstigeren Straßen- und Autobahnverbindungen attraktiv erscheinen. Die meisten Flüchtlinge wollen nach Österreich oder nach West- und Nordeuropa reisen.

Ungarn hatte in der Nacht seine mehr als 300 Kilometer lange Grenze zu Kroatien dichtgemacht. Deshalb leitet Kroatien jetzt Flüchtlinge und Migranten in Richtung slowenischer Grenze weiter.

Kroatien, Ungarn und Slowenien sind alle EU-Mitglieder. Aber nur Ungarn und Slowenien traten bereits dem Schengen-Abkommen für einen freien Reiseverkehr zwischen den Mitgliedsländern bei. Deshalb plant Ungarn keinen Grenzzaun zu Slowenien. Dies würde dem Schengen-Abkommen zuwiderlaufen, sagte Außenminister Szijjarto.

Innerhalb des grenzkontrollfreien Schengen-Raums sind Pass-Überprüfungen und Absperrungen an den Grenzen nur in gravierenden Ausnahmefällen und vorübergehend erlaubt.

Vor einem Monat hatte Ungarn bereits seine 175 Kilometer lange Grenze zu Serbien abgeriegelt. Serbien gehört weder zur EU noch zur Schengen-Zone.