Ungewöhnliche Stille: Kim Kardashian und Kanye West

Das in den vergangenen Monaten wohl am heißesten erwartete Baby der USA ist da: TV-Sternchen Kim Kardashian (32) und Rapper Kanye West (36) - von der US-Klatschpresse gerne zu «Kimye» zusammengefasst - haben ein Mädchen bekommen.

Ungewöhnliche Stille: Kim Kardashian und Kanye West
Justin Lane

Am vergangenen Samstag, bestätigt ist der Tag allerdings nicht, soll es geboren sein, wohl einige Wochen vor dem ausgerechneten Geburtstermin im Juli. West soll extra eine Party für die Veröffentlichung seines neuen Albums abgesagt haben und bei der Geburt dabei gewesen sein. Name, Größe und Gewicht des mit so viel Spannung erwarteten Nachwuchses? Bislang unbekannt. Die Eltern schweigen - ganz entgegen der üblichen Gewohnheiten der in sonst in Fernsehen und Internet allgegenwärtigen Kim Kardashian.

Acht Nachrichten verschickte sie noch am Donnerstag per Twitter, sechs waren es am Freitag (unter anderem «köstliches Mittagessen mit meinem besten Freund») - dann Stille. Auch West und die Sprecher der beiden Stars wollten sich nicht äußern. Die Bestätigung kam schließlich per Twitter von Kardashian-Schwester Khloe: «Ich kann gar nicht erst anfangen das Wunder zu beschreiben, das jetzt ein Teil unserer Familie ist. Mutter/Baby sind gesund und ruhen sich aus», schrieb die 28-Jährige. «Mehr Informationen kommen, wenn es Zeit dafür ist. Danke für euer Verständnis.» Kris Jenner, Mutter der beiden, leitete diese Nachricht weiter und schickte West am Sonntag noch einen Glückwunsch zum (US-)Vatertag hinterher.

Die Aufregung bei Kardashian-Fans und Klatschpresse ist groß - aber auch die Verwunderung wächst: Warum gibt es vom sonst so mitteilungs- und zeigefreudigen Kardashian-Clan so wenig Infos und noch kein Foto des Neuzugangs? Ist das alles Strategie? Schon wird spekuliert, wer das erste Foto schießen darf und wie viel Geld dafür wohl fließen wird. Wird der Name des Kindes auch mit K anfangen, wie alle Vornamen im Kardashian-Clan? Und was ist eigentlich die Rolle von Papa Kanye West? Hält er den Deckel auf den Informationsfluss?

Schon seit die Beziehung öffentlich wurde wundert sich ganz Amerika über «Kimye»: Sie, das TV-Sternchen, bekannt geworden als beste Freundin von Partygirl Paris Hilton, inzwischen gelten die beiden als zerstritten. Sie, die gemeinsam mit ihren Schwestern Khloe und Kourtney und einem gebündelten Großfamilien-Clan im Rücken ein millionenschweres Reality-Show und Mode-Imperium geschaffen hat, und jede noch so unspektakuläre Kleinigkeit im Fernsehen dokumentieren lässt oder über soziale Netzwerke an die Öffentlichkeit posaunt. Und er, der doch eigentlich so ernsthafte Rapper, der zwar immer ein wenig im Narzissmus und Größenwahn zu schwelgen schien, aber auch öffentlich soziale Missstände und unterschwelligen Rassismus in den USA anprangerte. So auch auf seinem am Dienstag erscheinenden neuen Album «Yeezus».

Sie strebt in die Öffentlichkeit, zeigte sich sogar als sie schon hochschwanger war stets außergewöhnlich gekleidet auf den angesagtesten Partys, er hat eher ein gespaltenes Verhältnis dazu. «Ich habe keine romantische Beziehung zur Öffentlichkeit», sagte West erst jüngst in einem Interview mit der renommierten «New York Times» - seinem ersten seit zwei Jahren. «Ich bin ein Anti-Promi.»

Fast zehn Millionen Menschen folgen West bei Twitter, Kardashian sogar fast 18 Millionen - die beiden sind unbestreitbar ein Power-Paar. Aber Twitter macht auch den Unterschied zwischen den beiden deutlich: Während Kardashian schon mehr als 15 000 Twitter-Nachrichten an die Welt geschickt hat und natürlich ihrem gesamten Familienclan und prominenten Freunden folgt, hat West gerade einmal vier Nachrichten verschickt. Und er folgt nur einem Menschen: Kim Kardashian.

Ganz Amerika fragt sich nun, ob die beiden dem Baby zuliebe eine Kompromiss-Linie finden können. Papa West hat seine Position jedenfalls schon deutlich gemacht. Er habe keine Probleme mit den diversen Reality-Shows und dem öffentlichen Dasein seiner Freundin, aber er werde auch kein Teil davon sein, sagte er der «New York Times». «Ich will einfach nicht mit ganz Amerika über meine Familie reden. Das ist mein Baby. Das ist nicht Amerikas Baby.»