Union bietet Doppelpass-Kompromiss an - SPD lehnt ab

Union und SPD stehen sich in den Koalitionsverhandlungen über die doppelte Staatsbürgerschaft unversöhnlich gegenüber.

Union bietet Doppelpass-Kompromiss an - SPD lehnt ab
Rainer Jensen Union bietet Doppelpass-Kompromiss an - SPD lehnt ab

Der Unions-Verhandlungsführer, der amtierende Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), bot den Sozialdemokraten am Donnerstag als Kompromiss an, die bisherigen Fristen beim sogenannten Optionsmodell zu verlängern. Der SPD-Verhandlungsführer, Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann, lehnte dies umgehend ab: «Das wäre die Verlängerung eines schlechten Zustandes. Darauf können wir uns auf gar keinen Fall einlassen.»

Bislang gibt es nur für bestimmte Nationalitäten in Deutschland die Möglichkeit zu einer doppelten Staatsbürgerschaft, für die große Gruppe der Türkischstämmigen aber beispielsweise nicht. Besonders umstritten ist das Optionsmodell, das im Jahr 2000 eingeführt wurde: Wer in Deutschland geboren ist und ausländische Eltern hat, bekommt zwar die deutsche Staatsangehörigkeit, muss aber bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres zwischen dem deutschen Pass und dem seiner Eltern wählen.

Aus Verhandlungskreisen hieß es, die Union wäre bereit, diese Frist auf etwa 30 Jahre zu verlängern. Die zuständige Innen-Arbeitsgruppe und die untergeordnete Runde zu Migration und Integration berieten am Donnerstag in gemeinsamer Sitzung über das Thema doppelte Staatsbürgerschaft.