Unsicherheit im Syrienkonflikt belastet Dax

Sorgen der Anleger vor einem wahrscheinlicher gewordenen Militärschlag der USA in Syrien haben den Dax am Mittwoch belastet. Zusätzlich trübten enttäuschende Dienstleistungsdaten aus Italien und die unsichere politische Lage dort laut Händlern auf die Stimmung.

Bis zum Nachmittag pendelte der deutsche Leitindex um die Marke von 8200 Punkten und verlor schließlich 1,02 Prozent auf 8097 Punkte. Erfreuliche Wirtschaftsdaten aus China hatten nur am Morgen kurz für Gewinne gesorgt. Der MDax sank, unter anderem belastet von kräftigen Kursverlusten bei ProSiebenSat.1, um 1,13 Prozent auf 14 387 Punkte. Der TecDax fiel um 0,26 Prozent auf 1033 Punkte.

«Es ist schwer für die Märkte, zurzeit stabilen Grund zu finden», sagte Händlerin Anita Paluch vom Broker Gekko Global Markets. «Und das alles wegen der Situation rund um Syrien.» Dabei verwies die Händlerin darauf, dass US-Präsident Barack Obama Rückendeckung für eine Intervention von den Republikanern bekommen hat. «Da rücken dann auch die Dienstleistungsdaten aus China in den Hintergrund, denn ein Militärschlag ist damit nur noch eine Frage der Zeit.»

Unter den Einzelwerten am deutschen Aktienmarkt zog vor allem ein Papier aus der zweiten Reihe die Aufmerksamkeit auf sich: Die ProSiebenSat.1-Aktie büßte im Index der mittelgroßen Werte 5,20 Prozent auf 30,605 Euro ein. Damit war sie Schlusslicht unter den 50 MDax-Unternehmen. Die Finanzinvestoren KKR und Permira haben wie erwartet weitere Anteile an dem Münchener Privatsender abgestoßen. 25 Millionen Aktien wurden an Institutionelle verkauft. Allerdings, wie Händler sagten, zu einem Preis von 30,67 Euro und damit dem unteren Ende der Platzierungspreisspanne.

Im Dax weiteten die Lufthansa-Titel am Ende des Kurszettels ihre Vortagesverluste aus und verloren weitere 5,41 Prozent. Neben der Gewinnwarnung der Billigfluggesellschaft Ryanair belastete der im Zuge des Syrienkonflikts gestiegene Ölpreis. Darüber hinaus senkte die UBS ihr Kursziel für die Titel. Das K+S-Papier profitierte an der Dax-Spitze mit 2,15 Prozent von einer Studie der Bank Macquarie.

Die Fraport-Aktien gaben ihre frühen Gewinne zwar wieder vollständig ab, hielten sich aber mit minus 0,13 Prozent weiterhin deutlich besser als der MDax. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) kippte überraschend die sogenannte Südumfliegung. Bis dies aber umgesetzt werden muss, könnten Monate vergehen. Zudem steht den Betroffenen trotz der vom VGH nicht zugelassenen Revision der Beschwerdeweg offen. Denn auch gegen die Entscheidung, die Revision nicht zuzulassen, kann vorgegangen werden, sagte eine VGH-Sprecherin

Am Markt für Staatsanleihen stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,58 Prozent am Vortag auf 1,61 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,13 Prozent auf 132,19 Punkte. Der Bund Future gewann 0,02 Prozent auf 139,88 Punkte. Der Kurs des Euro gab leicht nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3171 (Dienstag: 1,3172) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7592 (0,7592) Euro.