Untersuchungsausschuss verabschiedet Bericht zum Fall Yagmur

Mehr als zwei Jahre lang wurde die kleine Yagmur von ihrer Mutter misshandelt, bis sie starb. Dass das Kind unter der Aufsicht des Jugendamts stand, half ihm nicht. Wie es dazu kommen konnte, erklärt der Bericht des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses in Hamburg.

Genau ein Jahr nach dem Tod der dreijährigen Yagmur in Hamburg hat der Parlamentarische Untersuchungsausschuss seinen Abschlussbericht zu dem Fall verabschiedet. Darin werden zahlreiche Fehler der Behörden im Umgang mit dem Kind dargestellt. Yagmur stand von Geburt an unter der Aufsicht der Jugendämter. Dennoch wurde das Kind von seiner Mutter über viele Monate so schwer misshandelt, dass es schließlich starb.

Für den Abschlussbericht stimmten die Vertreter von SPD, CDU, Grünen und FDP, die Linke nahm nicht an der Abstimmung teil. Über die Konsequenzen aus den Ermittlungen sind sich die Fraktionen uneins. Neben der CDU kündigten auch Grüne, Linke und die FDP Minderheitenvoten an, die der Bürgerschaft zusammen mit dem Bericht übermittelt werden. Der Abschlussbericht soll erst dann öffentlich zugänglich sein. Noch im Januar soll das Parlament über den Bericht beraten. Einer der Hauptstreitpunkte zwischen SPD und Opposition war die Bewertung des Personalmangels beim Allgemeinen Sozialen Dienst.

Juristisch ist der Fall Yagmur weitgehend aufgearbeitet. Das Landgericht Hamburg hatte Yagmurs Mutter Ende November wegen Mordes zu einer lebenslangen Haft verurteilt, das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Der Vater des Mädchens muss für viereinhalb Jahre ins Gefängnis, weil er sein Kind nicht schützte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit auch gegen mehrere Mitarbeiter von Behörden wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht.