Unwetter richtet neues Unheil in Mexikos Nordwesten an

Stadt (dpa) - In Mexiko wüten weiter Unwetter: Immer weitere Teile des Landes versinken in den Fluten. Tropensturm «Manuel» zog über den Nordwesten hinweg und brachte dem Bundesstaat Sinaloa heftige Niederschläge.

Flüsse traten über die Ufer, Straßen brachen weg und Stromleitungen wurden gekappt. Laut Medienberichten waren 15 Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. Gouverneur Mario López Valdez rief für mehrere Regionen den Notstand aus.

Unterdessen zog über dem Golf von Mexiko bereits ein neues Unwetter herauf. Das Zentrum des Tiefdruckgebiets lag am Freitagmorgen (Ortszeit) rund 150 Kilometer östlich der Stadt Tuxpan im Bundesstaat Veracruz. An der Golfküste sowie in Hidalgo und Puebla im Landesinneren sei mit starkem Regen zu rechnen, teilte der Wetterdienst mit.

Bei den tagelangen Unwettern im ganzen Land kamen bislang mindestens 97 Menschen ums Leben. Weitere 68 würden noch immer vermisst, sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong im Sender Radio Formula. Die Rettungskräfte evakuierten zahlreiche Ortschaften und brachten rund 50 000 Menschen in Sicherheit.

Allein in Sinaloa wurden 90 Ortschaften schwer beschädigt, bis zu 100 000 Menschen könnten ihr Obdach verloren haben, wie die örtliche Regierung mitteilte. Im Bundesstaat Tamaulipas seien über 20 Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Notimex. Dort hatte Anfang der Woche der Hurrikan «Ingrid» gewütet.

Bei Rettungsarbeiten im besonders stark betroffenen Bundesstaat Guerrero verlor die Bundespolizei den Kontakt zu einem ihrer Hubschrauber, sagte der Sprecher des Sicherheitskabinetts, Eduardo Sánchez. Der Helikopter vom Typ Blackhawk mit drei Personen an Bord sei bei schlechten Witterungsverhältnissen über der Region Coyuca de Catalán verschwunden.

Angesichts der Überschwemmungen, Erdrutsche und Dammbrüche sprach Präsident Enrique Peña Nieto von «einer nie dagewesenen Lage». Fast das gesamte Land sei von den Unwettern betroffen, sagte er bei einer Pressekonferenz in der Stadt Acapulco. Wegen der außergewöhnlichen Situation habe er seinen Besuch bei der UN-Vollversammlung in der kommenden Woche in New York abgesagt.