Unwetter richtet Schäden an: Dutzende Verletzte bei Festival

Eine Unwetterfront ist über Deutschland gezogen und hat erhebliche Schäden angerichtet. Mehr als 90 Menschen wurden verletzt. Das «Southside Festival» in Baden-Württemberg wurde wegen der Unwetter abgebrochen; ebenso die Premiere der Karl-May-Spiele von Bad Segeberg.

Unwetter richtet Schäden an: Dutzende Verletzte bei Festival
Sophia Kembowski Unwetter richtet Schäden an: Dutzende Verletzte bei Festival

Starker Regen stoppte auch die Schifffahrt auf dem Rhein. Am Ufer des Flusses entgleiste ein Regionalzug, bei Berlin wurde eine Bahnstrecke gesperrt. Deutlich besser klingen die Aussichten: Den tropischen Temperaturen folgt durchwachsenes Sommerwetter.

Über den östlichen Bundesländern regnete es in der Nacht zu Sonntag teilweise heftig. In Brandenburg etwa hielten starke Regenfälle und Gewitter die Feuerwehr in Atem. Schäden an der Oberleitung und umgestürzte Bäume blockierten eine Regionalbahnstrecke nördlich von Berlin, wie die Regionalleitstelle Nordost am Sonntag mitteilte.

In Thüringen verlor eine Frau wegen des starken Regens die Kontrolle über ihren Wagen, der sich auf der Autobahn 4 überschlug. Die Frau kam der Autobahnpolizei zufolge mit leichten Verletzungen davon.

Während Sachsen und Sachsen-Anhalt die Unwetterfront am Sonntag ohne schlimme Folgen überstanden, hinterließen Stürme und Gewitter am Samstag größere Schäden im Westen und Südwesten: In Rheinland-Pfalz führte sintflutartiger Regen dazu, dass Bäche teilweise meterhoch über ihre Ufer traten, Keller und Tiefgaragen überflutet wurden. Ein Regionalzug nahe Bacharach entgleiste, als Starkregen Erde von einem Steilhang auf die Gleise spülte. Zehn Menschen wurden verletzt, einer von ihnen - der Lokführer - schwer.

Beim «Southside Festival» in Baden-Württemberg mit 60 000 Besuchern wurden am Freitagabend 82 Musikfans verletzt, davon kamen laut Veranstaltern 25 leicht verletzt ins Krankenhaus. Das Festival wurde abgebrochen. Die Sicherheit auf dem Gelände habe nicht mehr gewährleistet werden können. Der Campingplatz war verwüstet. Das Gelände sehe «zermalmt» aus, so als sei jemand «mit einem Bagger darin rum gefahren - fürchterlich», sagte ein Festivalgast.

Das «Southside» findet traditionell gleichzeitig mit dem «Hurricane Festival» in Niedersachsen statt. Auch dort wurde die Veranstaltung am Freitagabend wegen eines Unwetters unterbrochen. Wegen Regenmassen fand am Samstag kein einziges Konzert statt. Am Sonntag standen für die Zehntausenden Musikfans dann wieder Konzerte auf dem Programm. So wurden unter anderem die Headliner Mumford & Sons und Deichkind erwartet. Anfang Juni hatten Unwetter beim Festival «Rock am Ring» in der Eifel 71 Menschen verletzt.

Im rheinland-pfälzischen Stromberg im Hunsrück waren am Freitag etwa 60 Gebäude überflutet worden. Einer ersten Schätzung zufolge sind mehrere Menschen vorerst obdachlos. Blitz und Donner tobten am Freitagabend und in der Nacht zu Samstag auch in Bayern, betroffen war vor allem Schwaben.

In Mittelosteuropa richteten Unwetter, Gewitter und Hagel in der Nacht zum Sonntag ebenfalls größere Schäden an. In Polen etwa rückten die Feuerwehren zu fast 2000 Einsätzen aus, im benachbarten Tschechien zu mehr als 1000. Starkregen überflutete zahlreiche Straßen und Keller. Mehr als 65 000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom. Dutzende Häuser wurden beschädigt. 

In den kommenden Tagen soll es bei uns nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ruhiger werden - allerdings kann es am Montag bewölkt bleiben, auch einzelne Gewitter sind demnach möglich. Am Dienstag zeige sich bei wechselnder Bewölkung zeitweise die Sonne.