Urteil: Dickmann's «Dicke Eier» sind kein Plagiat

Die eiförmigen Schokoküsse der Marke «Dickmann's» sind kein Plagiat und dürfen weiter verkauft werden.

Urteil: Dickmann's «Dicke Eier» sind kein Plagiat
Daniel Naupold Urteil: Dickmann's «Dicke Eier» sind kein Plagiat

Das hat das Düsseldorfer Landgericht am Donnerstag entschieden. Die Storck KG hatte Schokoküsse in Ei-Form auf den Markt gebracht.

Daraufhin klagte eine Werbeagentur aus Münster: Sie habe die Ei-Form als Design entwickelt, schützen lassen und Storck dann vorgestellt - deren «Dicke Eier» seien Plagiate. Das sah das Gericht anders: Das Storck-Ei sei etwas gedrungener und weiche vom geschützten Design der Werbeagentur ausreichend ab (Az.: 14c O171/12).

Es gebe neben den traditionellen zylinderförmigen Schokoküssen auch schon «maulwurfshügelige und pilzförmige» Schokoküsse, sagte Richterin Ulrike Pastohr. Entsprechend klein falle der Schutzbereich des Münsteraner Designs aus.

Allerdings sei die von ihm entwickelte Eiform durchaus schutzwürdig, befand das Gericht. Es widersprach damit den Storck-Anwälten, die argumentiert hatten, das Ei-Design sei als natürliche Form gar nicht schützbar. Werbeagentur-Inhaber Rudi Linke will nun prüfen, ob er gegen das Urteil in Berufung geht.

Ein Vergleichsvorschlag des Gerichts war gescheitert: Dem Münsteraner Schöpfer des eiförmigen Schokokusses wenigstens eine geringe Lizenzgebühr zu zahlen, lehnten die Storck-Anwälte kategorisch ab.

Werbeagentur-Inhaber Rudi Linke zeigte sich enttäuscht: «Die Idee ist von vorne bis hinten geklaut.» Ein halbes Jahr lang habe ein Süßwaren-Hersteller getüftelt, bis seine Eiform technisch perfekt für den Produktionsprozess umgesetzt gewesen sei.

Entsprechend groß sei das Entsetzen gewesen, als Storck plötzlich auf eigene Faust mit eiförmigen Schokoküssen in den Läden aufgetaucht sei.