Urteil gegen brutalen Supermarkträuber erwartet

Nach einer Überfallserie auf 24 Supermärkte mit einem Toten und mehreren Verletzten wird heute am Landgericht Hannover das Urteil erwartet. Zuvor werden die Plädoyers gehalten.

Angeklagt ist ein 42-Jähriger, der sich wegen Raubmordes verantworten muss. Bei einem Überfall vor gut einem Jahr soll er in Hannover einen Kunden erschossen haben. Außerdem ist er wegen 23 weiterer Überfälle angeklagt, bei denen er in acht Fällen ebenfalls geschossen haben soll. Anhand von DNA-Spuren wurden dem Angeklagten Taten unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Bayern zugeordnet.

Der Angeklagte hatte im Prozess zu den Vorwürfen geschwiegen. Sein mögliches Motiv blieb im Dunkeln. In einer Zwischenbilanz kam das Gericht zu der Überzeugung, dass der Angeklagte mit lebenslanger Haft rechnen müsse. Außerdem hielt die Kammer eine besondere Schwere der Schuld für gegeben. Dann könnte der Mann erst nach 21 Jahren einen Antrag stellen, auf Bewährung freizukommen.

Monatelang hatte der Räuber Angst und Schrecken vor allem bei den Angestellten von Supermärkten verbreitet. Bei seinen Taten ging er stets nach demselben Muster vor: Kurz vor Ladenschluss betrat er den Markt, bedrohte den Kassierer mit einer Pistole und verlangte Geld. Bundesweit wurde mit Bildern aus Überwachungskameras nach ihm gefahndet. Der Serientäter trug stets eine Schiebermütze oder Kappe, maskierte sich aber nicht.

Am 4. Dezember 2014 tötete der Räuber nach Überzeugung des Gerichts in Hannover einen 21-jährigen Kunden, der ihn aufhalten wollte, mit zwei Schüssen in die Schläfe und den Oberkörper. Ein 29-Jähriger, der den Laden betreten wollte, wurde von einer Kugel getroffen und schwer verletzt.

Ende Juni 2015 konnte die Polizei den Serienräuber bei seiner Einreise aus Polen in der Nähe von Dresden festnehmen. Handydaten hatten die Ermittler auf seine Spur gebracht.