Urteil gegen Kinderarzt nach Missbrauch von 21 Jungen

Heute soll das Urteil gegen einen ehemaligen Kinderarzt wegen sexuellen Missbrauchs von 21 Jungen verkündet werden.

Urteil gegen Kinderarzt nach Missbrauch von 21 Jungen
Karl-Josef Hildenbrand Urteil gegen Kinderarzt nach Missbrauch von 21 Jungen

Die Staatsanwaltschaft verlangte in dem Prozess am Augsburger Landgericht eine Gefängnisstrafe von vierzehneinhalb Jahren, die Verteidiger halten maximal neun Jahre Haft für angemessen. Der pädophile 41-Jährige hatte alle Missbrauchsfälle zugegeben.

Die Strafkammer muss nicht nur über das eigentliche Strafmaß entscheiden. Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass auch künftig eine große Gefahr von dem Angeklagten ausgehen könnte, und beantragte daher die Sicherungsverwahrung. Die Verteidiger wollen dies verhindern. Sie verlangten hingegen, dass ihr Mandant zur Therapie in ein psychiatrisches Krankenhaus kommt.

Der Augsburger hatte rund 15 Jahre lang Jungen missbraucht, das jüngste Opfer war vier Jahre alt. Schlagzeilen machte im August 2014 die Entführung eines Fünfjährigen im niedersächsischen Garbsen. Der Mann, der damals in einer Klinik in Hannover arbeitete, lockte das Kind den Erkenntnissen zufolge in sein Auto, betäubte es mit einem Medikament und verging sich an dem Jungen in seiner Wohnung. Später setzte er das benommene Opfer an anderer Stelle wieder aus.