Urteil in Berlusconis «Ruby»-Prozess erwartet

Im spektakulären «Ruby»-Prozess gegen Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi hat sich das Gericht in Mailand zur Beratung zurückgezogen. Ein Urteil in dem Verfahren um Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch wurde für den Montagnachmittag erwartet.

Urteil in Berlusconis «Ruby»-Prozess erwartet
Claudio Peri

Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft und ein Verbot öffentlicher Ämter für den 76-jährigen Berlusconi gefordert, die Verteidigung plädierte auf Freispruch.

Die Anklage hält «systematische Prostitution» bei den angeblich wilden «Bunga-Bunga»-Nächten in Berlusconis Villa Arcore bei Mailand für erwiesen. Berlusconi selbst bezeichnet sich als unschuldig und beschreibt die Feste als harmlos. Im Mittelpunkt des Prozesses steht die Marokkanerin Karima El Mahroug, genannt «Ruby». Die damals 17-Jährige soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft mit Berlusconi Sex gegen Geld gehabt haben. Beide bestreiten das.

Sollte Berlusconi im «Ruby»-Prozess in erster Instanz verurteilt werden, wäre dies der zweite Schuldspruch gegen ihn innerhalb kurzer Zeit. Er war erst im Mai wegen Steuerbetrugs in einem Verfahren um seinen Medienkonzern Mediaset in zweiter Instanz verurteilt worden.