Urteilsverkündung im «Luxleaks»-Prozess

Ein Gericht in Luxemburg urteilt heute Nachmittag über die Enthüllung fragwürdiger Steuerdeals internationaler Konzerne mit den Finanzbehörden des Großherzogtums. Zwei frühere Mitarbeiter einer Wirtschaftsprüfergesellschaft sind wegen Diebstahls und Verrats von Geschäftsgeheimnissen angeklagt.

Urteilsverkündung im «Luxleaks»-Prozess
Julien Warnand Urteilsverkündung im «Luxleaks»-Prozess

Der Staatsanwalt hat 18 Monate Haft auf Bewährung gefordert. Die Angeklagten argumentierten, sie hätten die sehr günstigen Steuervereinbarungen für unmoralisch und illegal gehalten.

Mit der Veröffentlichung der sogenannten «Luxleaks» war 2012 und 2014 bekanntgeworden, dass Luxemburg jahrelang mit Konzernen Steuersätze von teilweise weniger als einem Prozent des Gewinns vereinbart hatte und dass auch andere EU-Staaten an einer Art Steuerwettbewerb um große Unternehmen teilnahmen. Die «Luxleaks» waren von einem französischen Journalisten veröffentlicht worden, der ebenfalls angeklagt ist und gegen den der Staatsanwalt eine Geldstrafe gefordert hat.