US-Arbeitsmarktdaten hieven Dax ins Plus

Positiv interpretierte Daten vom US-Arbeitsmarkt haben am Freitag dem Dax ein Plus beschert. Sorgen um eine Eskalation des Syrien-Konfliktes drückten etwas auf die Stimmung. Der Leitindex stieg um 0,49 Prozent auf 8275,67 Punkte.

Auf Wochensicht bedeutete dies ein Gewinn von 2,13 Prozent. Der MDax gab am Freitag um 0,15 Prozent auf 14 588,04 Punkte nach. Der TecDax büßte 0,65 Prozent auf 1044,11 Punkte ein.

«Die Arbeitsmarktdaten kamen etwas schwächer rein als erwartet», resümierte Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner. Erneut heizten sie die Diskussion um ein Ende der lockeren Geldpolitik an. Volkswirt Ralf Umlauf von der Helaba nimmt an, dass nun die Wahrscheinlichkeit etwas sinkt, dass die US-Notenbank Fed auf ihrer nächsten Sitzung eine Drosselung ihrer milliardenschweren Anleihekäufe beschließt. Einen Start noch im September hält er dennoch weiterhin für «das wahrscheinlichste Szenario».

Aussagen des russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Syrien-Konflikt hatten den Dax am späten Nachmittag kurz unter Druck gesetzt. Der Kremlchef sicherte dem engen Partner Syrien weitere Unterstützung zu.

Im Dax waren an diesem Tag vor allem die Versorgeraktien gefragt, nachdem sie in jüngster Zeit besonders oft auf den Verkaufslisten der Anleger gestanden hatten. Zudem sorgte auch eine positive Branchenstudie für Auftrieb. Die RWE-Aktien gewannen an der Index-Spitze 6,42 Prozent und die von Eon stiegen an zweiter Stelle um 4,91 Prozent.

Die Papiere der Commerzbank und der Deutschen Bank legten nach einer positiveren Einschätzung der Ratingagentur Moody's zum deutschen Bankensystem zu. Die Commerzbank-Titel rückten um 2,42 Prozent vor und die des deutschen Branchenprimus um 0,56 Prozent. Nach mehr als fünf Jahren änderte die Agentur erstmals wieder den Ausblick für die nächsten 12 bis 18 Monate von «negativ» auf «stabil».

Zum zweiten Mal in dieser Woche standen außerdem die Aktien von ProSiebenSat.1 wegen einer Aktienplatzierung im Blick. Sie sanken im MDax um 1,05 Prozent auf 30,775 Euro. Nachdem KKR und Permira bereits am Mittwoch 25 Millionen Aktien verkauft haben, zog nun der niederländische Medienkonzern TGM nach.

Der EuroStoxx 50 schloss bei 2803,42 Punkten und damit um 1,05 Prozent höher. Die Börsen in Paris und London legten ebenfalls zu. In den USA stieg der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um 0,17 Prozent.

Am Markt für Staatsanleihen stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,64 Prozent am Vortag auf 1,67 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,08 Prozent auf 131,92 Punkte. Der Bund Future gewann 0,89 Prozent auf 137,67 Punkte. Der Kurs des Euro stieg und notierte zuletzt bei 1,3168 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3117 (Donnerstag: 1,3202) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7624 (0,7575) Euro.