US-Außenminister Kerry warnt China und Russland

US-Außenminister John Kerry hat China und Russland davor gewarnt, ihre Beziehungen zu den Vereinigten Staaten durch die Affäre um den «Whistleblower» Edward Snowden zu gefährden.

Es wäre «zutiefst beunruhigend», wenn die Länder von den Reiseplänen des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters gewusst und wissentlich gegen gesetzliche Standards verstoßen hätten, sagte Kerry am Montag auf einer Pressekonferenz in Neu Delhi. «Ohne Frage gäbe es Auswirkungen auf die Beziehungen und Konsequenzen.»

In Bezug auf China erinnerte Kerry an das Auslieferungsabkommen mit Hongkong. Es wäre «sehr enttäuschend», wenn die Behörden der chinesischen Sonderverwaltungszone dem in den USA per Haftbefehl Gesuchten willentlich erlaubt hätten, ein Flugzeug zur Ausreise zu besteigen.

An die Adresse Russlands sagte Kerry, die USA hätten in den vergangenen zwei Jahren sieben Gefangene ausgeliefert, die Russland verlangt habe. «Ich denke, dass Wechselseitigkeit und die Durchsetzung des Gesetzes sehr wichtig sind», so Kerry. Snowden habe die USA betrogen und gegen einen Eid verstoßen.

Die USA haben Anklage wegen Geheimnisverrats gegen ihn erhoben, nachdem der 30-Jährige gegenüber Journalisten massive Abhöraktionen der USA und Großbritanniens enthüllt hatte. Snowden setzte sich nach Hongkong ab und flog von dort aus mit einer Aeroflot-Maschine nach Moskau. An Ecuador hat er einen Asylantrag gestellt, um in dem Land Schutz vor der US-Strafverfolgung zu suchen.