US-Haushaltspoker drückt auf Stimmung am deutschen Aktienmarkt

Der Poker um eine Lösung im US-Haushaltsstreit hat am Mittwoch auf die Stimmung am deutschen Aktienmarkt gedrückt. Der Leitindex Dax pendelte im frühen Handel um seinen Schlusskurs und gab zuletzt um 0,01 Prozent auf 8804 Punkte nach.

In der Hoffnung auf eine baldige Einigung hatte der Dax am Dienstag noch mit einem Bestwert von 8820,98 Punkten erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte die Marke von 8800 Punkten durchbrochen. Der MDax fiel um 0,24 Prozent auf 15 386 Punkte. Für den TecDax ging es um 0,21 Prozent auf 1097 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,22 Prozent auf 2998 Punkte.

Regierung und Opposition in den USA konnten sich auch am Dienstag nicht auf eine Erhöhung des Schuldenlimits einigen. Die Republikaner sagten eine für Dienstagabend (Ortszeit) geplante Abstimmung im Abgeordnetenhaus ab. «Die Börsen bleiben im Bann des US-Haushaltsstreits», schrieb Investmantanalyst Ralph Herre von der Landesbank Baden-Württemberg. Insgesamt reagierten die Märkte relativ behäbig auf das Tauziehen in Washington, kommentierte Marktstrategien Kelly Teoh vom Broker IG - wohl weil sie letztlich auf die Vernunft der Politiker setzten.

Unter den deutschen Einzelwerten zählten die Papiere von Siemens mit plus 0,25 Prozent zu den Gewinnern. «Handelsblatt» und «Wall Street Journal» hatten übereinstimmend von einem kurz bevorstehenden Verkauf der Wassertechnologiesparte des Konzerns berichtet. Demnach geht das Geschäft an den Finanzinvestor AEA. Analyst Jasko Terzic von der DZ Bank schrieb, der Preis liege über seinen und den Erwartungen des Marktes.