US-Haushaltsstreit belastet Börsen: Ökonomen in Sorge

Der andauernde Konflikt um den US-Haushalt alarmiert Ökonomen und drückt auf die Stimmung der Anleger. Der Chef des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Thomas Straubhaar, warnte vor «dramatischen Folgen» für die globale Konjunktur und die Weltfinanzmärkte.

US-Haushaltsstreit belastet Börsen: Ökonomen in Sorge
Rainer Jensen US-Haushaltsstreit belastet Börsen: Ökonomen in Sorge

An den Börsen ging es am Montag abwärts. Erst verbuchten die asiatische Börsen Verluste, dann folgten die europäischen Handelsplätze. Je länger die Hängepartie andauert, desto nervöser wird der Markt.

«Der US-Haushaltsstreit mit seinen Kollateralschäden im US-Export belastet die Börsen», sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. Insgeheim werde allerdings mit einer rechtzeitigen Lösung gerechnet. «Selbst wenn es dann nur ein Kuhhandel wird, dürfte das schon helfen und dem Dax wieder Auftrieb geben.»

Ökonom Straubhaar geht dagegen nicht mehr von einer Einigung zwischen Demokraten und Republikanern aus. US-Präsident Barack Obama werde die Schuldengrenze und damit die Verfassung brechen müssen, sagte er der Tageszeitung «Die Welt» (Montag). «Dies wird dramatische Konsequenzen für die Finanzmärkte haben. In den USA wird es zu Nachfrageausfällen kommen, die sich dann auf die gesamte Weltwirtschaft übertragen», so Straubhaar weiter.

Die dann folgende Krise werde die Kosten für die Aufnahme neuer Schulden in den USA in die Höhe treiben. Im Sog steigender Zinsen für US-Schuldpapiere müssten auch Euro-Krisenländer mehr für die Aufnahme neuer Schulden bieten, befürchtet der Ökonom.

Bislang bleiben die USA am Anleihemarkt vom Anlegermisstrauen verschont - zum Wochenauftakt konnten amerikanische Staatspapiere zum Handelsstart Kursgewinne verbuchen. Allerdings hielten sich die Prämien für Versicherungen gegen Zahlungsausfälle von US-Anleihen auf deutlich erhöhtem Niveau. Bereits am Freitag hatten sie den höchsten Stand im laufenden Jahr erreicht.

Am Montag fiel der Kurs des Euro: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3572 (Freitag: 1,3593) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7368 (0,7357) Euro.