US-Haushaltsstreit belastet deutsche Aktien

Der US-Haushaltsstreit hat den deutschen Aktienmarkt am Montag ins Minus gedrückt. Bis zum Handelsschluss dämmte der Dax seine zunächst deutlicheren Verluste jedoch auf 0,36 Prozent bei 8591,58 Punkten ein.

In der Spitze war der deutsche Leitindex um rund 1,30 Prozent gesunken, nachdem es am Wochenende keine Bewegung bei den Etatverhandlungen in den USA gegeben hatte. Am Nachmittag habe dann aber die Hoffnung auf eine Lösung die Stimmung etwas aufgehellt, sagte ein Händler. Für den MDax ging es zum Wochenauftakt um 0,13 Prozent auf 15 109,63 Punkte nach unten, und der TecDax fiel um 0,49 Prozent auf 1089,14 Punkte.

«Der US-Haushaltsstreit mit seinen Kollateralschäden im US-Export belastet die Börsen», sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. Insgeheim werde allerdings mit einer rechtzeitigen Lösung gerechnet. «Selbst wenn es dann nur ein Kuhhandel wird, dürfte das schon helfen und dem Dax wieder Auftrieb geben."

Auf Unternehmensseite standen die Versorgertitel RWE und Eon im Fokus. Der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» zufolge stellt die EU-Kommission die EEG-Förderpraxis infrage. Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wären positiv für den Sektor, kommentierte ein Händler. Für zusätzlichen Auftrieb sorgten positive Analystenkommentare. Die Eon-Papiere verteuerten sich daraufhin um 4,07 Prozent, die Aktien von RWE zogen an der Dax-Spitze sogar um 5,24 Prozent an.

Schlusslicht im deutschen Leitindex waren die Anteilsscheine des Software-Konzerns SAP mit minus 2,24 Prozent. Eine Analystenstudie habe vor den Zahlen für das dritte Quartal für Skepsis gesorgt, hieß es am Markt.

Positiver sah es für die Aktien des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS aus. Nach einem Großauftrag aus Japan und konkretisieren Absatzzielen der Konzerntochter Airbus schlossen die Titel als Spitzenreiter im Index der mittelgroßen Werte mit plus 2,52 Prozent auf 50,41 Euro so hoch wie noch nie. Am MDax-Ende sackten hingegen die Anteilsscheine von TAG Immobilien um 4,17 Prozent ab. Händler verwiesen auf einen negativen Artikel der «Welt am Sonntag» über den Vorstandschef Rolf Elgeti.

Auch die anderen großen europäischen Indizes gaben nach. Der EuroStoxx 50 fiel um 0,18 Prozent auf 2923,04 Punkte. Der Londoner FTSE 100 sank ebenfalls moderat, während der Cac 40 in Paris sogar den Sprung in die Gewinnzone schaffte. In New York stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss knapp 0,40 Prozent tiefer.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,49 Prozent am Freitag auf 1,48 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 133,41 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,31 Prozent auf 140,32 Punkte. Der Kurs des Euro erholte sich etwas auf 1,3579 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3572 (Freitag: 1,3593) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7368 (0,7357) Euro.