US-Klinik erkannte Ebola nicht

Für die USA ist ein Albtraum wahrgeworden: Der erste Ebola-Patient außerhalb Afrikas während der aktuellen Epidemie liegt auf einer Isolierstation im Texas Health Presbyterian Krankenhauses in Dallas.

US-Klinik erkannte Ebola nicht
Daniel Irungu US-Klinik erkannte Ebola nicht

Er hatte sich schon am 26. September mit Symptomen dorthin begeben, war aber nicht auf Ebola hin untersucht und mit Medikamenten wieder nach Hause geschickt worden. Erst zwei Tage später kam er erneut ins Krankenhaus und wurde dann positiv auf Ebola getestet.

Der Patient hat nach offiziellen Angaben Kontakt mit mehreren Kindern gehabt. Die Schulbehörde des amerikanischen Bundesstaates teilte mit, fünf Kinder aus vier verschiedenen Schulen seien mit dem Infizierten vor dessen Einweisung auf eine Isolierstation in Kontakt gekommen. Die Kinder seien unter Beobachtung gestellt worden, zeigten bislang aber keine Symptome.

Es ist der erste Fall seit Beginn der aktuellen Epidemie, dass ein Mensch sich in Afrika mit Ebola infizierte und dann außerhalb des Kontinents erkrankte. Der Mann war vor etwa zehn Tagen aus dem westafrikanischen Liberia in die USA geflogen. Das Virus sei in einem Labor zweifelsfrei nachgewiesen worden, sagte der Leiter der US-Gesundheitsbehörde CDC, Thomas Frieden. Insgesamt seien 18 Menschen bekannt, die mit dem Patienten in Berührung gekommen sein könnten.

Im Flugzeug ist von dem Patienten nach Einschätzung des Hamburger Virusexperten Jonas Schmidt-Chanasit noch keine Ansteckungsgefahr ausgegangen. «Der Mann war nicht erkrankt, als er im Flieger war. Da ist das Risiko null», sagte der Leiter der Virusdiagnostik des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin. Mitreisende könnten sich nur bei erkrankten Personen infizieren, die Fieber haben oder andere Beschwerden zeigten. Durch den internationalen Flugverkehr sei es möglich, «dass mal so ein Fall nach Deutschland importiert wird». «Es wird aber niemals bei uns zu so einem Ausbruch kommen wie in Westafrika. Unser Gesundheitssystem und unsere kulturellen Voraussetzungen sind ganz andere.»