US-Marine schiebt Hilfsgüterverteilung auf Philippinen an

Mit der Ankunft amerikanischer Marinesoldaten hat sich die Versorgung der Katastrophen-Opfer auf den Philippinen deutlich verbessert.

US-Marine schiebt Hilfsgüterverteilung auf Philippinen an
Dennis M. Sabangan US-Marine schiebt Hilfsgüterverteilung auf Philippinen an

«Hier landen jetzt Hubschrauber im Minutentakt, die Hilfspakete rausfliegen», sagte der Sprecher der deutschen Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany, Mark Rösen, am Donnerstag in Tacloban. Die verwüstete Stadt ist zum Basislager für die Verteilung der Hilfsgüter geworden. Hunderttausende Überlebende hatten seit vergangenen Freitag verzweifelt auf Hilfe gewartet.

Der Flugzeugträger «USS Washington» erreichte das Katastrophengebiet und ankerte vor der Küste von Samar, wie die US-Marine mitteilte. Dort brach der verheerende Taifun «Haiyan» am Freitag über das Land herein. An Bord waren 5000 Soldaten und mehr als 80 Flugzeuge und Hubschrauber. Die Crew unterstützt die US-Truppe, die bereits am Flughafen von Tacloban im Einsatz ist.

Die Black-Hawk-Hubschrauber können am Seil mehr als 1000 Kilogramm Gewicht transportieren. Sie starteten vom Flughafen aus den ganzen Tag mit Hilfspaketen, die vor allem Nahrungsmittel und Trinkwasser enthielten. Im Hafen legte das Frachtschiff «USNS Charles Drew» mit 7000 Litern Trinkwasser und Nahrungsmitteln an.

Die philippinische Regierung wehrte sich gegen Vorwürfe, dass die Hilfe zu schleppend angelaufen sei. Das Ausmaß der Katastrophe habe alle Befürchtungen übertroffen. Nach einer Krisensitzung mit der Behörde für Katastrophenschutz versicherte Verteidigungsminister Voltaire Gazmin, dass spätestens an diesem Donnerstag Helfer mit Hilfsgütern auch die Überlebenden in den abgelegensten Regionen des Katastrophengebiets erreichen. Die Zahl der Todesopfer stand am Donnerstag offiziell bei 2357.

Besonders betroffen sind die Inseln Leyte und Samar im Osten der Zentralphilippinen. Weiter westlich hatte der Taifun am vergangenen Freitag ebenfalls mehrere große Inseln verwüstet. Auf dem Flughafen von Cebu rund 45 Flugminuten von Tacloban entfernt standen am Donnerstag mehr als ein Dutzend Frachtmaschinen aus aller Welt, die Zelte, Decken, Fertighäuser und anderes anlieferten. Den philippinischen Behörden fehlen Lastwagen, um die Hilfsgüter zu verteilen. Das Infrastrukturministerium appellierte daher an Unternehmer, Lastwagen zur Verfügung zu stellen.

Verteidigungsminister Gazmin sagte weiter, die Bergung der Leichen habe Priorität. Die Trümmerberge behinderten jedoch die Arbeiten. «Wir wissen, dass es noch Gegenden gibt, wo Leichen unter den Trümmern vermutet werden», fügte er hinzu. «Wir wollten uns erst um die Lebenden kümmern.» Der Verwesungsgestank in Tacloban war unerträglich. «Die Anwohner flehen und regen sich auf - wir machen wirklich, so schnell es geht», sagte Alfredo Gimao, ein Helfer aus Manila in Tacloban.

In Tacloban fand am Donnerstag das erste Massenbegräbnis statt. Auf einem Friedhof am Fuß eines Berges am Rande der Stadt wurden 94 Leichen ohne Zeremonie und ohne Gebet beigesetzt. Arbeiter schaufelten Erde auf die Toten. Die meisten waren in Leichensäcke, einige in Decken gewickelt. «Ich hoffe, ich muss so eine Katastrophe nie wieder erleben», sagte Bürgermeister Alfred Romualdez.