US-Notenbank lässt Zeitpunkt für Zinswende offen

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hält sich ihre geldpolitischen Optionen weiter offen und lässt die Finanzmärkte damit im Unklaren.

US-Notenbank lässt Zeitpunkt für Zinswende offen
Rainer Jensen US-Notenbank lässt Zeitpunkt für Zinswende offen

Konkrete Hinweise auf den Zeitpunkt für die erste Zinserhöhung seit der Finanzkrise gaben die Währungshüter am Mittwoch im Anschluss an ihre zweitägige Sitzung in Washington nicht. Der Leitzins bleibt vorerst auf dem Rekordtief zwischen null und 0,25 Prozent. Dort liegt er seit Ende 2008.

Die Notenbank hatte Anleger nach starken Verbesserungen am Arbeitsmarkt in den letzten Monaten auf eine nahende Zinswende vorbereitet. Die US-Wirtschaft verlor zuletzt aber wieder deutlich an Schwung - im ersten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufs Jahr hochgerechnet nur um magere 0,2 Prozent zu. An den Finanzmärkten wird mittlerweile erst Ende 2015 mit einer Zinsanhebung gerechnet. Analysten halten aber auch einen früheren Zeitpunkt für möglich.

Die Fed bleibt vage. Sie hat ihren geldpolitischen Kurs an die Entwicklung der Wirtschaftsdaten geknüpft. «Die Verlangsamung des Wachstums in den Wintermonaten ist teilweise vorübergehenden Faktoren geschuldet», hieß es im Statement der Notenbanker, das insgesamt etwas positiver ausfiel als beim letzten Mal. Das könnte die Chancen für eine zügige Zinserhöhung heben. Dagegen spricht allerdings, dass der starke Dollar den US-Unternehmen immer stärker zu schaffen macht.

Nach ihrer letzten Sitzung im März hatte die Notenbank in ihrer anschließenden Erklärung ausdrücklich ausgeschlossen, den Leitzins bei ihrem nächsten Treffen anzutasten. Ein entsprechender Hinweis fehlte diesmal. Das hatten Experten aber auch so erwartet. Die Fed lasse sich von den zuletzt enttäuschenden Konjunkturdaten nicht aus der Ruhe bringen und warte ab, kommentierte Ökonom Christian Schulz vom Bankhaus Berenberg. Die Märkte reagierten gelassen auf den Zinsentscheid - heftigere Kursausschläge blieben zunächst aus.