US-Notenbank verschiebt Zinsanhebung

Die US-Leitzinsen bleiben auf dem Tiefststand. Die US-Notenbank Fed konnte sich nicht zu einer Erhöhung entschließen und verschob die Entscheidung auf mindestens Dezember.

US-Notenbank verschiebt Zinsanhebung
Michael Reynolds US-Notenbank verschiebt Zinsanhebung

Die Veröffentlichung der ersten Schätzung für das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal könnte ein weiterer Anhaltspunkt sein, ob es im Dezember tatsächlich zu einer Zinswende kommt.

Der Offenmarkt-Ausschuss der Fed, der sich am Mittwoch mit 9:1 Stimmen für die Beibehaltung des Zinsniveaus auf Rekordtief ausgesprochen hatte, will vor allem die Arbeitsmarktdaten und die Inflation im Auge behalten. Die Entwicklung der Wirtschaftsleistung hat aber Einfluss auf beide Indikatoren. Mehrere Analysten hoben ihre Prognosen am Dienstag an, nachdem bekanntgeworden war, dass sich das Außenhandelsdefizit der USA im September deutlich verringert hatte.

«Die Ausgaben der privaten Haushalte und die Investitionen der Unternehmen sind in den vergangenen Monaten solide gestiegen», heißt es in der Mitteilung. Dagegen habe sich der Export eher flach entwickelt. «Das Tempo von Stellenzuwächsen hat sich vermindert und die Arbeitslosigkeit stagniert», heißt es in dem Statement weiter.

Der Dollar zeigte zuletzt etwa gegenüber dem Euro Stärke und würde im Falle einer Leitzinsanhebung wohl noch weiter zulegen. Am Abend nach der Zinsentscheidung fiel der Euro unter die Marke von 1,10 Dollar. Die US-Börsen reagierten mit einer deutlichen Kurssteigerung.

Der Leitzins in den USA ist seit Ende 2008 auf dem Rekordtief. «Der Ausschuss hat heute seine Sichtweise bekräftigt, dass der derzeitige Zinssatz von 0 bis 0,25 Prozent (...) der richtige ist», teilte die Fed am Mittwoch mit. Von zehn Mitgliedern des Offenmarkt-Ausschusses stimmten neun für die vorläufige Beibehaltung des Zinsniveaus.