US Open: Petkovic und Kerber in Runde drei

Nach Andrea Petkovic ist auch Angelique Kerber in die dritte Runde bei den US Open der Tennisprofis eingezogen. Die Kielerin setzte sich mit 7:5, 6:2 gegen Karin Knapp aus Italien durch.

Es war für Kerber im dritten Vergleich der dritte Erfolg über die Südtirolerin, die in der Weltrangliste Platz 34 belegt. Die an Platz elf geführte Kerber trifft auf die ehemalige Weltranglisten-Erste Victoria Asarenka aus Weißrussland. Asarenka stand 2012 und 2013 in New York im Finale.

Zuvor verlor Petkovic in der Tennis-Sauna von Flushing Meadows nur kurz ihre Coolness und hat als erste deutsche Spielerin die dritte US-Open-Runde erreicht. Die Darmstädterin gewann in New York bei tropischen Bedingungen 6:3, 7:6 (7:4) gegen die Russin Jelena Wesnina.

«Ich fand's megaheiß. Deswegen wollte ich so schnell wie möglich vom Platz und hätte heute fast das Gegenteil geschafft», sagte die bald 28-Jährige nach dem dritten Sieg im fünften Vergleich, bei dem sie im zweiten Satz wutentbrannt ihren Schläger zertrümmerte. «Es war das erste Mal, dass es mir geholfen hat, den Schläger zu zerhacken», meinte Petkovic, die bei Temperaturen von mehr als 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit anschließend einen 1:4-Rückstand noch umdrehte.

Die Weltranglisten-18. steht wie im Vorjahr unter den besten 32 und trifft am Samstag auf Wimbledon-Finalistin Garbiñe Muguruza aus Spanien oder die Britin Johanna Konta. Vor vier Jahren hatte Petkovic an gleicher Stelle das Viertelfinale erreicht. Diesmal soll beim vierten und letzten Grand-Slam-Turnier der Saison endlich und erstmals zumindest der Einzug ins Achtelfinale gelingen. «Natürlich will ich unbedingt in die zweite Woche», betonte Petkovic.

Auf Außenplatz Nummer 5 war sie schon früh in der Nähe eines Breaks und nahm Wesnina schließlich zum 3:2 den Aufschlag ab. Ein weiteres Break nach einem leichten Fehler der 29-Jährigen brachte nach gut einer halben Stunde den Satzgewinn. Während Petkovic solider ins Match startete als beim knappen Erstrunden-Sieg über die Französin Caroline Garcia, machte die Russin in der schwülen Hitze am späten Vormittag viele Fehler. Die Weltranglisten-108., die im Doppel schon die French Open und die US Open gewann, wirkte nicht wie eine Spielerin, die einmal auf dem Sprung in die Top 20 war.

Allerdings gab Petkovic im Schatten des riesigen Arthur-Ashe-Stadiums nach einem Doppelfehler gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs erstmals ihr Service ab. Wesnina spielte nun besser, Petkovic war nach dem nächsten Aufschlagverlust zum 1:4 so frustriert, dass sie ihr Racket mit zwei kräftigen Schlägen auf den Betonplatz zerbrach.

Das half offenbar, danach lief es wieder besser. Beim Seitenwechsel nach dem geschafften Anschluss zum 4:5 schnitt Petkovic in Richtung ihres Teams einige Grimassen, nach den hart erarbeiteten Spielgewinnen zum 5:5 und dem 6:5 gab es «Petko»-Sprechchöre von den kleinen Tribünen. Im Tiebreak behielt die deutsche Nummer zwei die Nerven und siegte mit dem ersten Matchball nach 1:36 Stunden und deutete nach langer Zeit sogar wieder einmal kurz den Petko-Tanz an.